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Musiktheater: Freyers „Siegfried“ am NTM spaltet die Kritiker – und eint sie in einem: Es ist der bislang beste „Ring“-Teil

Kindertheater oder Gesamtkunstwerk?

Von unserem Redaktionsmitglied Stefan M. Dettlinger

Jürgen Linn als Alberich im Mannheimer "Siegfried".

© Michel

Überrascht es, dass die Kritiker von immerhin sieben Tageszeitungen einschließlich der vorliegenden in der Causa Mannheimer "Siegfried" zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen? Kaum. Aber es gibt auch eine gewisse Einigkeit über Achim Freyers neueste Arbeit, und zwar in gleich zwei Punkten: 1. "Siegfried" ist der bislang beste Teil des neuen Mannheimer "Rings". 2. Das Orchester war lange nicht mehr so gut zu hören. Mannheims GMD Dan Ettinger wird gelobt.

Sogar die "FAZ", die der Mannheimer Produktion insgesamt eher kritisch gegenübersteht, findet zwar, dass Freyers Regie "eine völlig eigene Ästhetik, einen Zauber" besitze, aber nur selten unmittelbar das Geschehen illustriere. Unterdessen gesteht sie Ettinger und dem Nationaltheater-Orchester aber zu, "weit mehr eigene Akzente" zu setzen als zuvor in diesem "Ring". Dem schließt sich die "Rheinpfalz" an, die befindet: "Es ist ein schmaler Grat, auf dem Freyer sich bewegt. Die Grenze zwischen Klamauk und Tiefsinn scheint zu verschwimmen (. . .) Lange schon nicht mehr hat man das Orchester so gut gehört. Natürlich prallen da Szene und Musik mit unverminderter Wucht aufeinander, wenn es auf der Bühne Kindertheater zu sehen gibt und aus dem Graben die ganz großen Gefühle mit Emphase und Wucht vermittelt werden."

Dieser dritte sei der bisher interessanteste Teil des Freyer-"Rings", schreibt auch die "Frankfurter Rundschau". Dennoch bleibe Freyers Arbeit ein Gesamtkunstwerk "zu einer anderen, unhörbaren Tonspur", zu dem aber Wagners Tonspur eingespielt werde - "von Dan Ettinger beherzt und robust angeleitet und mit guten sängerischen Leistungen", so die "FR" differenziert.

"Mir gefällt dieser ,Siegfried' von Achim Freyer", beginnt Matthias Roth seinen Artikel bekenntnishaft in der "RNZ". Er halte diesen "Ring" für "ein faszinierend eigenständiges, außergewöhnlich kreatives Kunstwerk in Bildern, Bewegungen und Musik". Den größten Feind dieser Form des Theaters sieht der Kritiker in jenen, die bereits alle Antworten kennen: "Bei Freyer ist es umgekehrt: Er stellt viele Fragen und kennt selten die Antworten. Wie sympathisch!", so die "RNZ".

Womit wir bei der vielleicht positivsten Besprechung angelangt sind. Erst in dieser Woche (am 12. Dezember) erschien im größten überregionalen Titel, der "Süddeutschen Zeitung", eine Rezension. Darin heißt es: "Zwischen Theater und Musik muss etwas passieren, dass ein Drittes, Erhellendes schafft: das Spielen, das Herumdeuten, das Ausleuchten, das scheinbar zufällige Herumsuchen, das scharfe Denken und das instinktive Gestalten. Freyer legt sich selbst in den Mitteln nicht fest, so wie er Inhalte und Formen, staunenswerte Kostüme und famose Lichtregie bildmächtig zusammenwürfelt, so kindisch vertraut er auf Sänger und Orchester, die alles zu überwältigender Wirkung fügen. In Mannheim gelang dies großartig." Die Publikumsreaktion nach der Premiere spiegelt sich also auch in der Presse: von "Kindertheater" ("Rheinpfalz") bis "großartig" ("SZ").

© Mannheimer Morgen, Samstag, 15.12.2012
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