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Buchmesse: Flucht und Vertreibung sind auch Schwerpunkte der Messe in Leipzig /Literaturtreff geht an diesem Wochenende zu Ende

Ort für notwendige Debatte

Archiv-Artikel vom Samstag, den 19.03.2016

Leipziger Messe, Halle 4. Bis Dezember waren hier Flüchtlinge provisorisch untergebracht. Jetzt ist an dieser Stelle der "Denk-Raum" eingerichtet, in dem die Leipziger Buchmesse ihr diesjähriges Schwerpunktthema verhandelt: Flucht und Vertreibung, Heimat und Fremde, Asyl und Integration.

Gestern sorgte der vom EU-Gipfel erhoffte Flüchtlingsdeal mit der Türkei für Aktualität. "Was da passiert, ist nichts anderes als eine Menschenverschieberei", empört sich die Politikwissenschaftlerin Ulrike Guérot. Die jugoslawische Friedenaktivistin Borka Pavicevic meint an die Adresse der EU: "Ihr werdet jetzt einen Politiker wie Erdogan unterstützen, so wie ihr früher Gaddafi unterstützt habt."

Noch bis diesen Sonntag diskutieren im "Denk-Raum" Autoren, Wissenschaftler und Künstler über das künftige Miteinander in der Gesellschaft. "Uns geht es um die Frage, wie das Zusammenleben mit Asylsuchenden und Einwanderern zu gestalten ist", sagt Insa Wilke, Kuratorin des Programms. Erstaunlich viele Bücher aus den Frühjahrsprogrammen der mehr als 2200 Aussteller setzen sich mit diesen Fragen auseinander - angefangen vom jüngsten Roman "Ohrfeige" des aus dem Irak stammenden Abbas Khider bis zu der berührenden Flüchtlingsgeschichte "Das Mädchen mit dem Fingerhut" von Michael Köhlmeier (Bild). Die Messe sei der "ideale Ort" für die notwendige gesellschaftliche Debatte, erklärt Messechef Oliver Zille.

Die Flüchtlinge, die einst in Halle 4 untergebracht waren, sind in winterfeste Quartiere auf dem Messefreigelände umgezogen. Doch sie bleiben beim Büchertreff präsent. An Hörstationen in der zentralen Glashalle erzählen einige von ihnen von ihren Erfahrungen. Immer wieder bleiben Menschen lange unter den Kopfhörern sitzen.

Diskussion über Verantwortung

In den öffentlichen Diskussionen auf den Podien geht es regelmäßig auch um die Mitverantwortung westlicher Länder an der Flüchtlingskrise. Die Buchmesse mit ihrem breiten Begleitprogramm "Leipzig liest" geht an diesem Sonntag zu Ende. Mit dem Kurt-Wolff-Preis für unabhängige Verlage ist dort gestern der Berliner Verlag Ch. Links ausgezeichnet worden. (Bild: dpa) dpa

© Mannheimer Morgen, Samstag, 19.03.2016
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