DAS NACHRICHTENPORTAL RHEIN-NECKAR

 

Donnerstag, 23.10.2014

Suchformular
 
 

Lieber Leser, bitte aktivieren sie Cookies, um in den vollen Genuss unseres Angebotes zu kommen.

  • via Facebook teilen
  • Drucken
  • Senden

Junge Talente: Jens Hafner hinterfragt die Grenzen und Möglichkeiten der Malerei / In der Mannheimer Strümpfe-Galerie entführt er in seine surrealen Bilderwelten

Von der Leere des Lebens in kräftigen Farben

Von unserer Mitarbeiterin Susanne Kaeppele

Der Maler Jens Hafner in seinem Hirschhorner Atelier.

© Carstensen

Eine rosafarbene Landschaft mit einem schreienden Mund, der an Edvard Munch erinnert. Im Hintergrund ist ein Tor zu sehen, dazu Trommeln. Von unten gesehen, deshalb wirken sie fast bedrohlich. Dazu gibt es Schnüre und Schachteln, Umrisse eines Boxers, ein Flugzeug. Gegenüber hängt ein Gemälde an einer Wand der Mannheimer Strümpfe-Galerie, das noch weiter geht in seiner Reduktion der Farben und Flächen: ein großes Loch in der Leinwand erinnert daran, dass die Illusion in der Malerei (fast) schon eine überflüssige Tugend ist.

Die Bilder stammen von Jens Hafner. Und diese Einzelausstellung ist erst seine zweite überhaupt. 1981 geboren, hatte er an der Freien Kunstakademie in Mannheim (FKAM) studiert und 2010 seinen Abschluss gemacht. Schon früh fiel sein Talent auf, 2009 war er in einer Gruppenschau des Kunstvereins vertreten, der Studenten in seine Ausstellungsräume in der BGN eingeladen hatte. Damals fühlte man sich in der Rätselhaftigkeit der Arbeiten an Matthias Weischer erinnert. Reine Farbflächen komponierte er mit architektonischen Fragmenten zu einem surrealen Kosmos, in dem dennoch die Farbe tropfte, Spuren hinterließ, den Malvorgang thematisierte. Seither ist viel passiert: Zahlreiche Gruppenausstellungen sind gefolgt, im "Artlab" in Mannheim und Heidelberg, einer Fortsetzung des "Artscout"-Projektes, mit dem der ehemalige Kunsthallen-Direktor Rolf Lauter eine Bestandsaufnahme der jungen Bildenden Kunst in der Region versucht.

Idyllisch am Fluss gelegen steht das Haus in Hirschhorn, in dem er lebt und arbeitet. Sein Atelier war mal ein Restaurant, die Tür zur Küche ist nun blockiert durch sein Bilderlager. Ringsum sieht man noch die weiße Holzverkleidung, die um die Tische herum für Wohnlichkeit sorgte. "Das Malen ist jedes Mal ein Abenteuer", sagt Jens Hafner. Einen Vorentwurf oder Plan habe er nicht, wenn er beginnt. Etappenweise geht er vor, mit Streifen und Linien legt er Himmel und Erde fest, "darauf baue ich die Welten auf". Die wirkten immer wie gerade verlassen, lange gab es keine Lebewesen in ihnen, "alles war offen und in Bewegung".

Dann spürte er, in einer Sackgasse zu stecken - und nahm Figuren auf. "Die Bilder ähnelten sich zu sehr, es musste etwas dazukommen." Nun lässt ihr Körperumriss Innenräume frei, eine Projektionsfläche für Gedanken oder Gefühle. Zumeist ist alles frei erfunden, nur als Idee kommen Verweise auf die Kunstgeschichte hinzu wie die Venus von Milo oder Munchs "Schrei". Was ihn beschäftigt, ist die Gestaltung mit Flächen und Linien, ihr Gleichgewicht. Und das Malerische an sich: Wenn etwa die Leinwand ferne Welten zeigt, wenn die Farbe tropft oder getupft oder gewischt wird, dann weiß man, dass hier die Malerei selbst auf der Probe steht. Neuerdings verschieben sich auch die Größenverhältnisse. Denn: "Perspektive, Goldener Schnitt, das ist alles nicht mehr nötig." Jens Hafner schaut sich selten Ausstellungen an, hat keine Vorbilder, versucht frei zu bleiben in seiner Gestaltung. Als seinen Haupteinfluss bezeichnet er eigene Emotionen, das eigene Leben. Aber er spürt den Innovationsdruck, mit dem sich alle jungen Künstler plagen. Und gerade die, die sich mit Malerei auseinandersetzen, mit Figuration, Abstraktion, Fläche, Linie, Farbe. Jens Hafner scheint auf einem guten Weg.

© Mannheimer Morgen, Mittwoch, 16.01.2013
  • via Facebook teilen
  • Drucken
  • Senden
 
 
TICKER

Veranstaltungen

Veranstaltungen SUCHEN

Partys, Ausstellungen, Weinfeste und Sport-Events. Unsere Veranstaltungsdatenbank weiß, was im Rhein-Neckar-Dreieck passiert.

 

Veranstaltungen MELDEN

Sie möchten uns Ihre Veranstaltung melden, schicken Sie uns eine E-Mail:

Kontakt zur Kulturredaktion

Telefon (11.30-15.30 Uhr): 0621/392-1343
Fax:  0621/392-1366
 

Schreiben Sie uns eine E-Mail!

 

DAS NACHRICHTENPORTAL RHEIN-NECKAR