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Hintergrund: Die „Spiegel Online“-Kolumne über den Mannheimer als Vorsänger der Neuen Rechten schlägt im Netz hohe Wellen

Erstaunen über „Nazikeule“ gegen Naidoo

Archiv-Artikel vom Dienstag, den 26.08.2014

Von unserem Redaktionsmitglied Jörg-Peter Klotz

Fand auf Facebook viele Befürworter: Xavier Naidoo.

© SWR/Alexander Laljak

Eins muss man "Spiegel Online"-Kolumnist Georg Diez lassen: Der auf polemische Totalverrisse spezialisierte Autor sieht zwar "neurechte Demos", wo keine sind. Dafür hat sein Text über den "Populisten" Xavier Naidoo und sein Konzert auf Mannheims Neuem Meßplatz im Internet eine gewaltige Welle losgetreten. Dagegen war die Reaktion auf seine Fundamentalkritik am Schriftsteller Christian Kracht ("Imperium") vor zwei Jahren nur ein Sturm im Wassergläschen.

Gestern wollten auf Nachfrage unserer Zeitung weder Naidoo noch Diez Stellung zu dem Thema beziehen. Auch ob der Mannheimer juristische Schritte gegen die Tatsachenbehauptung "Jetzt tritt der Soulsänger auf Demos der Neuen Rechten auf" plant, war nicht in Erfahrung zu bringen - die zuständigen Anwälte der Hamburger Kanzlei Zimmermann & Decker waren gestern nicht zu erreichen.

Der Sänger schweigt weiter

Naidoos Spontankonzerte

Seit November 2008, als er die Region um Coburg damit in Atem hielt, gibt Xavier Naidoo in kleiner Besetzung spontane Konzerte mit seinem "Straßenunterhaltungsdienst" - einem Lkw, der als Bühne dienen kann.

Wie wir vom Dokumentarfilmer Harold Woetzel ("Die Muckibude", "Die Knochendocs") erfuhren, war das umstrittene Konzert am 15. August gar nicht so spontan: Naidoo setzte es an, um die Dreharbeiten des früheren Chefs des Mannheimer Kulturzentrums Alte Feuerwache zu unterstützen.

Das SWR Fernsehen zeigt Woetzels Film "Xavier Naidoo - Dieser Weg" am Samstag, 30. August, 22.50 Uhr.

Die Kommentarfunktion zur "Der Kritiker"-Kolumne "Vom Popstar zum Populisten" wurde nach fast 500 Beiträgen in alle Richtungen abgestellt. Auch auf der Facebook-Seite des "Mannheimer Morgen" treffen empörte Naidoo-Fans auf erklärte Gegner des Popsängers - in erster Linie wird in gut 100 Kommentaren darüber gestritten, ob Deutschland nun ein souveränes oder ein besetztes Land ist. Genau das, war ja die eigentliche Absicht des Sängers, die er am Schluss seines Auftritts formuliert hat: "Macht den Mund auf, wo ihr nur könnt, sagt: da stimmt, was nicht (. . .) Unsere Politiker sind auf dem falschen Weg. Sie führen uns geradewegs in den Krieg (. . .), Informiert Euch! Zum Thema Verfassung (...): Hat Deutschland 'ne Verfassung? Ist Deutschland immer noch besetzt?"

Florian Ludes nimmt den Mannheimer - wie die Mehrheit der User - in Schutz: "Antiamerikanismus, Fragen zum Besatzungsstatut oder die Kritik an Waffenlieferungen haben nichts mit Rechtspopulismus zu tun. (. . .) Seltsam, dass jetzt die Nazikeule gegen Bürger mit Migrationshintergrund geschwungen wird." Andreas Kaminski empfindet den Diez-Artikel als "eine absolute Frechheit. Da sollte der Spiegel lieber mal die Wahrheit über unsere Regierung schreiben." Bandleader Joe Völker kommentiert knapp: "Was ein Unfug!. Dieser Spiegel-Online-Journalist hat ein Recht auf seine eigene Meinung, aber nicht auf seine eigenen Fakten." Dagegen hofft ein User mit dem Nickname "Rouven Bla Bla", dass Naidoo die Konsequenz zieht und "seinen Reichsbürgerausweis bereits beantragt" hat. Stephan Krause denkt "nicht dass Herr Naidoo rechts ist. Ich glaube nicht einmal dass Herr Naidoo überhaupt rechts von links unterscheiden kann. Weder politisch, noch auf der Straße." Gertrud Schrenk findet mahnende Worte angesichts der Diskussion: "Man sehe sich die Kommentare an. Dann weiß man, wie recht der Spiegel hat, davor zu warnen!" Insgesamt erreichte unser Facebook-Eintrag bis gestern Abend gut 22 000 User.

Ein Mannheimer behauptet in einer anonymen Mail an die Redaktion, im Zwei-plus-Vier-Vertrag, Artikel 1, Absatz 3 würde stehen: "Die Bundesrepublik Deutschland ist nicht wirklich frei, besitzt keine volle Souveränität." Tatsächlich lautet die Passage: "Das vereinte Deutschland hat keinerlei Gebietsansprüche gegen andere Staaten und wird solche auch nicht in Zukunft erheben." Aufschlussreicher und eindeutig ist Artikel 7:, in dem es heißt, dass Frankreich, Großbritannien, die Sowjetunion und die USA "hiermit ihre Rechte und Verantwortlichkeiten in bezug auf Berlin und Deutschland als Ganzes beenden (. . . ) Das vereinte Deutschland hat demgemäß volle Souveränität über seine inneren und äußeren Angelegenheiten."

Am Ende des Tages steht Naidoo noch als einer der Besonneneren da: Schließlich beendete er sein umstrittenes Konzert mit den Worten "Informiert euch! Vielleicht ist das ja auch alles Bullshit, was wir erzählt haben."

© Mannheimer Morgen, Dienstag, 26.08.2014
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