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Das Interview: IG-Jazz-Vorstand Volker Engelberth über den Neuen Deutschen Jazzpreis 2016 / Finalisten sind bekannt

„Es geht immer um Emotionen“

Archiv-Artikel vom Dienstag, den 16.02.2016

Von unserem Redaktionsmitglied Stefan M. Dettlinger

Sucher und Ausgesuchte: Volker Engelberth (oben) von hat die Bands von Denis Gäbel (v.l.), Johannes Ludwig und Bastian Jütte mit ausgesucht.

© Götz, Ludwig, Jütte, Stürtz

Bereits zum elften Mal wird am 19. März der Neue Deutsche Jazzpreis vergeben. Die Liste der bisherigen Preisträger ist überaus prominent: Der experimentelle Rote Bereich gehört genau so dazu wie etwa das Trio von Deutschlands Klavierstar Michael Wollny oder Drummer Max Andrzejewski. Jetzt wurde bekannt, wer die Finalisten in diesem Jahr sind: die drei Quartette von Saxofonist Johannes Ludwig, Saxofonist Denis Gäbel und Schlagzeuger Bastian Jütte. Es sind klassische Akustikbands mit gleicher Besetzung, die am 19. März vors Publikum treten - ein Gespräch mit einem, der die Vorauswahl mitgetroffen hat: Volker Engelberth vom Veranstalter IG Jazz.

Herr Engelberth, drei Quartette, der Akzent auf Drums, Kontrabass, Klavier, Saxofon - wird das Finale des Neuen Deutschen Jazzpreises das, was man von Jacky Terrasson erwartet hatte: eher konservativ?

Volker Engelberth: Ich denke nicht, dass die Auswahl eine konservative ist oder dass man einen solchen Wettbewerbsabend erwarten kann. Jeder Kurator bringt seinen persönlichen Geschmack mit und wählt anhand seines Höreindrucks die für ihn besten und kreativsten Projekte aus. Ein Quartett mit Rhythmusgruppe und Saxofon ist natürlich eine sehr gängige Kombination im Jazz, allerdings unterscheiden sich die Finalisten doch vor allem durch die unterschiedlichen Spielertypen und die kompositorischen Handschriften der jeweiligen Bandleader.

Engelberth und der Jazzpreis

  • Volker Engelberth: Er lebt und arbeitet in Mannheim. Er studierte (2004-2009) Jazz-Piano bei Joerg Reiter an der Mannheimer Musikhochschule. Darüber hinaus erhielt er Unterricht bei John Taylor, Hubert Nuss und Frank Chastenier. Engelberth spielt deutschlandweit in vielen Formationen und war als Mitglied der IG Jazz bei der Vorauswahl zum Neuen Deutschen Jazzpreis beteiligt.
  • Neuer Deutscher Jazzpreis: Der Neue Deutsche Jazzpreis (10 000 Euro für den Sieger, 1000 Euro für den besten Solisten) wird seit 2006 von der IG Jazz in Mannheim vergeben und ist der einzige seiner Art, der per Publikumsvotum vergeben wird. Aus rund 200 Bewerbungen wählt eine Vorjury aus Redakteuren und Musikern in einem anonymen Verfahren zwischen zehn und 15 Bands, aus denen im Anschluss ein Kurator drei Finalisten bestimmt. Nach Leuten wie Alexander von Schlippenbach (2006), Joachim Kühn (2009) und Tomasz Stanko (2014) hat die diesjährige Endauswahl der US-amerikanische Pianist Jacky Terrasson getroffen.
  • Die Finalisten 2016 sind drei Quartette, das Johannes Ludwig Quartett, das Denis Gäbel Quartett und das Bastian Jütte Quartett.
  • Das Finalwochenende: Der Neue Deutsche Jazzpreis wird am 18. und 19. März in der Alten Feuerwache Mannheim vergeben. Am Freitag, 18. März, spielt um 18 Uhr das Jazzlabor Mannheim-Toulon (mit u.a Alexandra Lehmler und Johannes Stange aus Mannheim) und um 20 Uhr das Trio von Kurator Jacky Terrasson. Am Samstag, 19. März, 20 Uhr, findet das Finale statt, bei dem die drei Finalisten auftreten und vom Publikum der Sieger gewählt wird.
  • Info/Karten ( VVK: 15 Euro /AK 19 Euro; Festivalpass VVK 20 Euro/AK 25 Euro jeweils zzgl. Gebühren): 0180/6 05 04 00. (dms)

Auf den ersten Blick scheint Bastian Jütte am experimentierfreudigsten, aber ist das überhaupt ein Kriterium im Jazz des Jahres 2016?

Engelberth: Das würde ich so nicht sagen. Außerdem müsste man zuerst definieren, wo überhaupt ein "Experiment" beginnt. Da gehen die Meinungen wahrscheinlich auseinander. Ich denke, es geht vielmehr darum, den Hörer zu erreichen und nicht ausschließlich nach handwerklich "spektakulären" Gesichtspunkten Musik zu machen.

Und wenn das Experiment beginnt, wo das Terrain unsicher wird, die Pfade, die man betritt, immer weniger von dem wilden Land drumherum zu unterscheiden sind?

Engelberth: ... dann kann es sehr spannend werden. Für den Hörer wie auch für die Musiker.

Wie finden Sie Terrassons Wahl? Wo liegt für Sie der Reiz an der Konfrontation speziell dieser drei Ensembles?

Engelberth: Das Wort Konfrontation finde ich eher unangebracht, wenn es um Musik geht. Natürlich kann nur eine Band am Ende den Preis mit nach Hause nehmen, aber wenn man alleine schon bedenkt, dass sich viele der Finalisten auch untereinander sehr gut kennen, schätzen und bereits in verschiedenen Konstellationen miteinander gespielt haben, wird es wohl eher ein harmonischer Abend werden (lacht). Besonders spannend wird es natürlich sein, zu sehen und zu hören, wie sich diese drei instrumental gleich besetzten Quartette voneinander unterscheiden. Welche musikalische Sprache sie wählen und wie verschieden und vielfältig ein Quartett mit Saxofon klingen kann.

Eben: Sie kennen die ja alle auch. Was ist konkret zu erwarten?

Engelberth: Auf jeden Fall wird es ein interessanter, abwechslungsreicher Abend mit drei extrem hochkarätig besetzten Quartetten und fantastischen Musikern. Was sich die einzelnen Bands konkret überlegen - lassen wir uns überraschen! Außerdem gibt es ja noch den mit Sicherheit nicht minder spannenden Eröffnungsabend mit dem Jazzlabor Mannheim-Toulon und dem Konzert des Jacky Terrasson Trios!

Gibt es für Sie eigentlich - neben den subjektiven - auch objektive Kriterien für guten Jazz?

Engelberth: Das ist ja - auch bei Musik im Allgemeinen - immer eine sehr schwierige Frage. Ist etwas zum Beispiel zu hundert Prozent richtig und "gut" gespielt, erreicht es den Hörer manchmal eben doch nicht. Es geht im Wesentlichen immer darum, Emotionen zu vermitteln und komplett hinter seiner musikalischen Aussage zu stehen - die Musik einfach über den Bühnenrand hinaus zu transportieren.

Wer war für Sie der bislang bemerkenswerteste Mannheimer Preisträger seit 2006?

Engelberth: Eine schwierige Frage. Bemerkenswert ist sicherlich in erster Linie das konstant hohe Niveau aller Preisträger der vergangenen zehn Jahre - sowohl Solistenpreise als auch Bandpreise. Hier Einzelne hervorzuheben ist fast unmöglich.

Das klingt nach Diplomatie ...

Engelberth: Das würde ich so nicht sagen (lacht). Wenn ich an die zehn Preisträger denke, fällt es schlicht schwer, einzelne besonders hervorzuheben, da auch die Bands zu unterschiedlich sind, um sie miteinander zu vergleichen.

Sie haben also auch bei der aktuellen Auswahl keinen Favoriten?

Engelberth: Das hat ja nicht direkt etwas damit zu tun. In den vergangenen Jahren hatte ich durchaus immer meine oder meinen persönlichen Favoriten, oder ich habe mir eingebildet, zu wissen, wie es wohl hinterher ausgeht. Da es sich aber bei uns um einen Publikumspreis handelt und viel von der Präsentation am Wettbewerbsabend und von der Chemie zwischen Band und Publikum abhängt, verrate ich nicht zu viel, wenn ich zugebe, nicht immer richtig gelegen zu haben. Das macht ja aber auch den Reiz des Preises aus.

© Mannheimer Morgen, Dienstag, 16.02.2016
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