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Pop: Max Mutzke im Mannheimer Capitol

Geballte Kompetenz für Soul

Archiv-Artikel vom Freitag, den 20.01.2017

Von unserem Mitarbeiter Martin Vögele

Der englischsprachige Teil der Menschheit verfügt über einen sehr schönen Begriff für das, was wir bei der Präsentation von Max Mutzkes Song "IOU" im Mannheimer Capitol erleben: Understatement. Eine Übersetzung mit "Untertreibung" trifft dessen Bedeutungskern nur unzureichend, gemeint ist vielmehr ein Nicht-demonstrative-Zurschaustellen der eigenen Fertigkeiten.

Und die sind im Falle des Sängers und seiner niederländischen Band monoPunk unbestreitbar in massiver Form vorhanden. Dennoch bescheidet sich Schlagzeuger Tobias Held mit einem frappierend stoischen Beat, auch Bassist Danny Samar operiert zurückhaltend, während Mutzke seinen Gesang in repetitiver Manier kraftvoll zirkeln lässt und Tastenmann Maik Schott sich einen leicht fallenden, jazzigen Orgel-Regen gestattet. In Summe aber entsteht hieraus eine fesselnde, auf einen ungemein packenden Groove aufgesattelte Soul-Nummer.

Frei von Eitelkeit, dafür umso reicher an musikalischer Kompetenz: Im Prinzip lässt sich unter dieser Grundformel Mutzkes über zweistündiges Konzert im restlos ausverkauften Capitol zusammenfassen, das zuvor von dem talentierten schottischen Sänger/Songschreiber und Gitarristen Daniel Docherty eröffnet wird.

Starke Balladen

Dabei bieten der Sänger und seine Band neben eingängigem Soulpop der Marke "Marie", "The Love Before" oder "Still The Same" auch starke Balladenmomente - etwa beim so verletzlichen wie aufwühlend-intensiven "Hier bin ich Sohn", bei dem Mutzke auch eine seiner eindrücklichsten stimmlichen Leistungen des Abends zu Gehör bringt.

Der von Stefan Raab komponierte Titel "Can't Wait Until Tonight" fehlt freilich ebenso wenig im Programm wie "Catch Me If You Can", zu dem Mutzke einen Gast mit auf die Bühne bittet: Tony Lakatos, Mitglied der hr-Bigband und herausragender Jazzsaxofonist, dessen Spiel einem ohnehin gelungenen Konzert das kunstvoll geschwungene Sahnehäubchen aufsprüht.

© Mannheimer Morgen, Freitag, 20.01.2017