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Klassik: „Geigen-Superstar“ David Garrett spielt im Mannheimer Rosengarten mit Orchesterbegleitung unter anderem Vivaldi, Tartini und Bach

Mal berückend schön, mal stilistisch fragwürdig

Archiv-Artikel vom Freitag, den 30.05.2014

Von unserem Mitarbeiter Stephan Hoffmann

David Garrett spielt im Rosengarten ein ganz klassisches Programm.

© Rindersp.

David Garrett kam mit Verspätung. Den Anfang dieses Konzerts im Mannheimer Rosengarten machte das Verbier Festival Chamber Orchestra unter Christoph Koncz alleine mit einer blitzsauber hingelegten Ouvertüre zu Mozarts "Figaros Hochzeit". Dann aber kam der Star, teilte mit, dass "er sich freue, heute Abend bei euch zu sein", nickte kurz ins Publikum und spielte Giuseppe Tartinis "Teufelstriller"-Sonate. Ein Werk, das "teuflisch schwer zu spielen" sei, wie Garrett versicherte.

Überhaupt wurde an diesem Abend mit Superlativen nicht gegeizt, weder von Garrett und schon gar nicht im Programmheft ("virtuoser Geigen-Superstar"). Nun ist nicht bestreiten, dass Garrett gut Geige spielen kann. Aber das können andere auch (Isabel Faust, Frank Peter Zimmermann). Was ist also das Besondere an Garrett - außer dass er ein gut aussehender Mann ist?

Da sind zunächst einmal seine leicht verdaulichen Programme: Aufgeführt werden in der Regel kurze Stücke, auch mal ein einzelner Satz einer Sinfonie, etwa das "Allegro vivace" aus Felix Mendelssohn Bartholdys "Italienischer Sinfonie" oder der "Türkische Marsch" aus Mozarts A-Dur-Klaviersonate - also Stücke, die als musikalische Häppchen aus ihrem Zusammenhang gerissen wurden. Was außerdem auffällt: Viele der aufgeführten Werke sind Bearbeitungen für Violine und Orchester - gerade dann, wenn es sich eigentlich um Werke für Violine solo handelt - wie etwa im Fall von Niccolò Paganinis 24. Caprice oder von Heinrich Wilhelm Ernsts "Der Erlkönig", der seinerseits eine Bearbeitung des gleichnamigen Schubert-Liedes ist.

Immerhin konnte man so - etwa beim "Türkischen Marsch" - Garrett nicht nur als Geiger, sondern auch als Bearbeiter erleben, eine Tätigkeit, der er mit einigem Witz und handwerklicher Versiertheit nachgeht. Die Praxis der Orchesterbearbeitungen hatte allerdings stilistisch oft fragwürdige Ergebnisse zur Folge, zum Beispiel ein Klavier in der Begleitung der "Teufelstriller"-Sonate, was dort einfach nichts zu suchen hat. Eine Folge dieser Bearbeitungswut war auch, dass Garrett nur ein einziges Mal wirklich allein zu hören war: in seiner Zugabe, einem langsamen Satz aus Bachs zweiter Violin-Partita, der sehr schön und einfühlsam gespielt war.

Dieser Eindruck, dass Garrett gerade in den langsamen, empfindsamen Teilen seines Programms besonders überzeugen konnte, hatte sich auch schon vorher eingestellt, bei Antonio Vivaldis unverwüstlichem Barock-Hit "Die vier Jahreszeiten". Vivaldi hat den vier Violinkonzerten vier Sonette vorangestellt, die vom Dirigenten Christoph Koncz vorgetragen wurden. Das sollte er lieber lassen, dirigieren kann er entschieden besser als rezitieren.

Berückende Tonschönheit

Garrett spielte jedenfalls die langsamen Sätze besonders des "Sommer"- und "Herbst"-Konzerts mit berückender Tonschönheit und stellte in den schnellen Sätzen seine Virtuosität zur Schau, die ihm genauso zur Verfügung steht. Flinke Finger hat er, das steht außer Frage.

© Mannheimer Morgen, Freitag, 30.05.2014
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