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Das Porträt: Christine Bossert, neue Leiterin des Theaterhauses in G7, ist in Mannheim angekommen

„Neues probieren, offen sein“

Archiv-Artikel vom Montag, den 14.09.2015

Von unserer Mitarbeiterin Sandra König

Sie hat viel vor an ihrer neuen Wirkungsstätte: Christine Bossert, die neue Leiterin des Theaters TiG 7.

© König

Sie nennt sich selbst eine "große Freundin von Umgestaltung", hat einen Hang zu schwarzer Kleidung, lacht gerne und viel, ist eigentlich schüchtern und kündigt lieber, bevor sie "ein motzender Kantinenheini" wird: Christine Bossert ist die neue künstlerische Leiterin des TiG 7 - und hat viel vor mit dem kleinen Theater mitten in den Quadraten.

Sie fühle sich schon "total wohl" in ihrem neuen Haus, sagt Christine Bossert, die zu Fuß zum vereinbarten Termin in G7 kommt und schon von weitem fröhlich winkt. Die 41-Jährige trägt einen kurzen Rock über schwarzen Strumpfhosen, Jeansjacke und Chucks, die lockigen roten Haare hat sie ohrenlang geschnitten. Eine Strähne kräuselt sich ins Gesicht mit strahlend grün-grauen Augen, um die Lachfältchen aufblitzen.

Stolz führt sie durchs Foyer zur Bühne, freut sich über die gute technische Ausstattung des Hauses - und die Möglichkeiten, die ihr damit offenstehen. Jünger, cooler wolle sie das Haus ausrichten, neu positionieren, andere, auch unkonventionelle Wege gehen, sagt Christine Bossert, selbst ausgebildete Schauspielerin und Regisseurin, Dozentin und Autorin. Erst seit 1. September ist sie in Mannheim, und schon steht der neue Spielplan, der neben einigen längerfristig ausgemachten Produktionen wie "Armer Süden - Reicher Norden" (Premiere 16. Oktober, 20 Uhr) bereits Anzeichen ihrer eigenen Handschrift erkennen lässt.

Wird daraus eine ganze Reihe?

Direkt für den Auftakt hat sich Christine Bossert ein nicht sehr weit verbreitetes Vorstellungsformat ausgesucht: "Nike", ein Thriller von Thea Dorn, inszeniert sie als Live-Hörspiel mit dem TiG-Ensemble und Musik vom Komponisten der Stuttgarter VJ-Gruppe Frischvergiftung, Christopher Sieb, mit dem sie bereits für ihr Autoren-Debüt-Stück "Talk Talk" zusammengearbeitet hat; Premiere ist am 26. September im Rahmen der Spielzeiteröffnung, der Eintritt ist frei. "Ich arbeite gerne crossover oder mit Leuten, die eigentlich gar nicht ans Theater gehören", sagt Christine Bossert.

In Stuttgart hat sie schon einen Graffiti-Künstler live zu Musik ein Bild sprayen lassen, in "Talk Talk" standen Gebärdensprachendolmetscher mit auf der Bühne und übersetzten simultan. Das Stück nach einer Romanvorlage von T.C. Boyle soll im Laufe der Spielzeit auch im TiG zu sehen sein; aus dem Live-Hörspiel "Nike" könnte eine ganze Reihe werden, wenn der Zuspruch stimmt, kündigt die neue Leiter an. Außerdem plant sie ab November über das Jahr verteilt immer wieder "Zusatzstoffe": Abende, die für andere Formate als der gängige Theaterstoff reserviert sind - mit Ideen des Ensembles und von außen, mal fertig ausgearbeitet, mal als Werkschau oder Experiment.

"Genau darin liegt doch der Reiz", sagt Christine Bossert, "andere Wege gehen, Neues probieren, offen sein." Allerdings sei ihr auch klar, dass sie dabei auf die schon bestehenden Strukturen im TiG Rücksicht nehmen und die Mitarbeiter für sich gewinnen müsse. Das wolle sie behutsam, aber mit Energie, Ausdauer und langem Atem angehen, sagt die 41-Jährige.

Dass das TiG für ihre vielen Ideen die richtige Adresse sein könnte, ahnte die ausgebildete Schauspielerin gleich bei ihrem ersten Besuch. Das Stück "Die Wahrheit" hat sie sich Anfang März angeschaut, nachdem sie von einer Kollegin auf die offene Leitungsstelle hingewiesen worden war. "Verliebt" habe sie sich - und gleich beworben. "Nun bin ich hier", sagt Christine Bossert strahlend. Denn ihr Vertrag am TiG ist unbefristet, "ein Traum!", weiß die Theater-Frau und schwelgt schon in weiteren Plänen für das freie Haus.

"Die richtige Größe"

Nicht nur das Foyer soll umgestaltet werden, auch Veranstaltungen im kleinen Hof vor dem Eingang hat sie im Sinn, außerdem freue sie sich darauf, die Stadt und ihre Kulturszene kennenzulernen und für neue Ideen ins Boot zu holen, wie sie sagt. "Mannheim hat die richtige Größe. Hier passiert ganz viel!", ist Christine Bossert überzeugt - und das trifft wohl auch für die nächsten Monate im TiG zu.

© Mannheimer Morgen, Montag, 14.09.2015
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