DAS NACHRICHTENPORTAL RHEIN-NECKAR

Donnerstag, 23.03.2017

Suchformular
 
 

Lieber Leser, bitte aktivieren sie Cookies, um in den vollen Genuss unseres Angebotes zu kommen.

  • Drucken

Kongress: Im Mannheimer Rosengarten haben Sprachwissenschaftler aus aller Welt über den deutschen Wortschatz und seinen Wandel diskutiert

Nun wäre eine neue Theorie gefragt

Von unserem Redaktionsmitglied Thomas Groß

Sprache verändert sich - und auch Wörterbücher tun es.

© dpa

Die Sprache unterliegt einem stetigen Wandlungsprozess. Und das gilt ebenso für den Bestand einzelner Wörter, der nach dem geläufigen Bild so wertvoll scheint, dass er schlicht "Wortschatz" heißt. Sein Wandel, seine, so der Tagungstitel, "Dynamik, Muster, Komplexität", stand im Mittelpunkt der Jahrestagung des Mannheimer Instituts für Deutsche Sprache (IDS), die gestern im Rosengarten zu Ende ging.

Deutlich wurde dabei auch dies: Die Weisen, den Wortschatz zu dokumentieren, verändern sich ebenso - nicht zuletzt durch das Internet, das neue Formen von Wörterbüchern ermöglicht. Der Darmstädter Sprachwissenschaftler Christian Meyer demonstrierte das am Beispiel sogenannter "kollaborativer" Lexika, die nach dem Vorbild der Internetenzyklopädie Wikipedia von freiwilligen, oft fachfremden Mitarbeitern gemeinsam erstellt werden. Meyer hat das so entstandene deutschsprachige "Wiktionary" und das auf Wörter mit ähnlicher Bedeutung konzentrierte Internetlexikon "openthesaurus.de" mit dem von der Uni Tübingen bearbeiteten "GermaNet" verglichen, und er hat große Unterschiede festgestellt: Nur knapp ein Viertel des jeweiligen Stichwortbestands dokumentieren auch die Vergleichslexika.

Einträge je nach Geschmack

Der Anspruch herkömmlicher, von Sprachexperten erarbeiteter Wörterbücher, den geläufigen Wortschatz und sprachlichen Standard zu beschreiben, wird von den Projekten unterschiedlich erfüllt; was "Wiktionary" verzeichnet, bleibt den Mitarbeitern und deren Interessen überlassen. Auf neue Wörter und Begriffe - "Helikoptereltern" oder "Schmähgedicht" - legen freie, von Laien erarbeitete Internetlexika besonderen Wert; was sie miteinander verbindet ist freilich auch der Umstand, dass Einträge oft fehlerhaft sind oder Lücken aufweisen. Das jedoch kann im Lauf der Zeit behoben werden, da solche Wörterbücher, anders als traditionelle, gedruckte, ständig weiter bearbeitet werden können.

Letzteres gilt auch für die Onlinelexika, die das IDS auf Grundlage großer elektronischer Datensammlungen erarbeitet und frei zur Verfügung stellt (unter der Internetadresse https://www.owid.de/). Auch sie sind im Fluss, können aktualisiert werden, und künftig soll auch ein wesentlicher Sprachbestand dokumentiert werden, der zuvor in der Lexikographie nicht berücksichtigt werden konnte - die gesprochene Sprache; sie untersucht das auf der Jahrestagung präsentierte, im vergangenen Herbst begonnene Projekt "Lexik des gesprochenen Deutsch" (kurz "LeGeDe").

Tagungsorganisator Stefan Engelberg, der die IDS-Fachabteilung "Lexik" leitet, zieht aus dem Kongress diese Konsequenz: Die Methoden zur Untersuchung der elektronischen Sprachkorpora hätten einen bemerkenswerten Standard erreicht, nun gelte es, mit den neuen Einsichten eine zeitgemäße Theorie des Wortschatzes zu erarbeiten. Das braucht etwas Zeit. Ob sich auf der nächsten Jahrestagung schon etwas dazu sagen lässt? Zum Rahmenthema würde es jedenfalls passen: Unter dem Titel "Neues vom heutigen Deutsch" soll der Kongress von 13. bis 15. März 2018 neue Erkenntnisse über die Sprache präsentieren.

© Mannheimer Morgen, Freitag, 17.03.2017
  • Drucken
 
 
TICKER

Das Wetter in der Metropolregion

Mannheim - Prognose für 18 Uhr

Das Wetter am 23.3.2017 in Mannheim: leicht bewölkt
MIN. 4°
MAX. 16°
 

 

Kulturvision Rhein-Neckar

Kulturvision Rhein-Neckar

Vertreter aus Politik und Wirtschaft um Mannheims Oberbürgermeister Peter Kurz haben die Kulturvision Rhein-Neckar 2025 präsentiert. Mit drei Zielen: Stärkung der gesellschaftlichen, künstlerischen und überregionalen Wirkung der Kultur im Drei-Ländereck Baden-Hessen-Pfalz.

Laden Sie hier Dokumente zum Thema herunter:

 
 

Fotostrecke

Jubiläum: 60 Jahre NTM

Das Mannheimer Nationaltheater am Goetheplatz feiert in diesem Jahr seinen 60. Geburtstag. [mehr]

Theatermagazin des Nationaltheaters

Theatermagazin

Welche Produktionen stehen diesen Monat auf dem Spielplan und was passiert hinter den Kulissen? Erfahren Sie mehr im Theatermagazin des NTM.

Serie Künstlerhäuser (mit Fotostrecke)

Atelier in den Weinbergen

Max und Emil trinken Tee - auf einem Schrank. Der hatte einst dem Impressionisten Max Slevogt (1868-1932) gehört. Und die Szene kein Geringerer als der große böhmische Künstler Emil Orlik gemalt. Auf dem Slevogthof in Leinsweiler ruhen sich die beiden Freunde so noch immer nach einer Wanderung aus… [mehr]

Schwind-Sucht

Die Tuberkulose ist aus den Köpfen geraten. Jedenfalls bei uns. Dass sie andernorts tückisch wie tödlich attackiert, daran erinnert am 24. März ein Welt- Aufklärungstag. Eigentlich kein Thema für den Kulturteil, möchte man meinen. Mitnichten! Schließlich gab es Zeiten, in denen sich die Kunst… [mehr]

Veranstaltungen

Veranstaltungen SUCHEN

Partys, Ausstellungen, Weinfeste und Sport-Events. Unsere Veranstaltungsdatenbank weiß, was im Rhein-Neckar-Dreieck passiert.

 

Veranstaltungen MELDEN

Sie möchten uns Ihre Veranstaltung melden, schicken Sie uns eine E-Mail:

Kontakt zur Kulturredaktion

Telefon (11.30-15.30 Uhr): 0621/392-1343
Fax:  0621/392-1366
 

Schreiben Sie uns eine E-Mail!

 

DAS NACHRICHTENPORTAL RHEIN-NECKAR