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Kongress: Die Jahrestagung des Mannheimer Instituts für Deutsche Sprache beschäftigt sich kommende Woche mit dem Wortschatz

Recht beweglich trotz riesigen Umfangs

Von unserem Redaktionsmitglied Thomas Groß

Eine Sprache - das ist eine beträchtliche Anzahl an Wörtern und dazu noch eine viel geringere Menge an Regeln, nach denen diese Wörter kombiniert und in Sätzen aneinandergefügt werden können. Das ist die landläufige Ansicht über die deutsche wie andere Sprachen, und sie entspricht in etwa auch der Auffassung der traditionellen Sprachwissenschaft.

Die Fachleute der Lexikologie schauen dabei auf die Wörter selbst, während Grammatikforscher das sprachliche Regelwerk betrachten. Ein genauerer Blick zeigt jedoch, dass die Trennung nicht so einfach ist und auch das landläufige Bild vom Wortschatz korrigiert werden muss. Wie diese Korrekturen aussehen und welche Konsequenzen sich daraus ergeben können, erörtern die Teilnehmer der Jahrestagung des Instituts für Deutsche Sprache, die kommende Woche, von 14. bis 16. März, im Mannheimer Kongresszentrum Rosengarten stattfindet. Unter dem Titel "Wortschätze: Dynamiken, Muster, Komplexität" werden erneut um die 450 Sprachwissenschaftler aus rund 25 Ländern Referate hören und über neue Einsichten diskutieren.

Dabei wird es auch darum gehen, wie der Wortschatz zu beschreiben ist. Zunächst einmal ist dieser nämlich viel größer, als man erwarten würde. Gut 200 000 Einträge verzeichnet ein großes Wörterbuch der deutschen Sprache, nimmt man sich indessen ein großes Korpus vor, eine jener digitalen Textsammlungen, die zum sprachwissenschaftlichen Standard geworden sind, so stößt man auf ein Vielfaches verschiedener Wörter.

Viele verschiedene Monde

Stefan Engelberg, Leiter der IDS-Abteilung Lexik, die die 53. Jahrestagung organisiert, sagt, es gebe allein eine vierstellige Anzahl von Wörtern, die "Monde" bezeichnen, vom Himmelskörper bis zum "Hirsemond", einem mit Hirsekörnern gefüllten Kissen in Halbmondform. Und der Bestand an Wörtern ist auch keineswegs konstant, sondern in nahezu täglichem Wandel begriffen. Doch die Korpusanalyse zeigt auch, wie unterschiedlich ausgeprägt das Potenzial einzelner Vokabeln ist, zu neuen Wörtern beizutragen. So animiert "schwarz" offenbar zu viel mehr Neubildungen als die Vokabel "weiß".

Sehr flexibel sei dann auch die Bedeutung von Wörtern, wie IDS-Direktor Ludwig M. Eichinger im Gespräch mit dieser Zeitung ergänzt. Sie sei stark vom Gebrauch des jeweiligen Wortes abhängig. Und überhaupt spielten Variationen eine größere Rolle, als man das früher gedacht habe. In den Blick geraten dadurch kognitive, gedankliche Muster, die die Sprache strukturieren. Musterhaft erfolgt auch die Kombination der Wörter - allerdings selbst im Fall sogenannter fester Wendungen und Verbindungen viel weniger fest als bislang vermutet.

So existiert beispielsweise die Wendung "dein Wort in Gottes Ohr" neben vielen neueren Abwandlungen davon. Und das Muster, mit dem ein Suchen oder der Wunsch, etwas zu erlangen, ausgedrückt wird, wie in "nach etwas suchen", dehnt sich auf andere Verbklassen aus. Es lässt sich neuerdings ja auch "nach etwas googeln". Der klassischen Einteilung in Lexik und Grammatik folgen solche Muster nicht. Sie bewegen sich dazwischen - und stellen somit auch die Einteilung infrage.

Gemäß dem diesjährigen Tagungstitel erscheint der Wortschatz als dynamische Sache. Die Muster sind es nicht zuletzt, die zur sprachlichen Komplexität beitragen. Und somit öffnet sich für die Teilnehmer der Jahrestagung erneut ein komplexes Themenfeld.

© Mannheimer Morgen, Freitag, 10.03.2017
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