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Das Porträt: Jörg Bundschuh, gebürtiger Heidelberger, hofft mit seiner Film-Produktion „Die Kinder des Fechters“ auf einen Golden Globe     

Wie einst Steven Spielberg

Archiv-Artikel vom Samstag, den 09.01.2016

Von unserem Mitarbeiter Gebhard Hölzl

Hoffnungsträger: der Film "Die Kinder des Fechters" mit Märt Avandi (l.) und Liisa Koppel.

© Kick Film

In der Nacht zum kommenden Montag ist es wieder soweit, in Hollywood werden die Golden Globes vergeben. Nach den Oscars sind sie die wichtigste Auszeichnung der Filmbranche. Seit 1944 wird die Preisverleihung alljährlich von der Hollywood Foreign Press Association veranstaltet, über die Vergabe stimmen rund 100 internationale, in Los Angeles ansässige Journalisten ab. Wie bei den Academy Awards wird auch der beste fremdsprachige Film gekürt, fünf Filme haben es in die Endausscheidung geschafft. Einer davon ist Klaus Härös "Die Kinder des Fechters", koproduziert vom gebürtigen Heidelberger Jörg Bundschuh. Aber auch beim Auslands-Oscar hat es das Werk neben dem deutschen Beitrag "Im Labyrinth des Schweigens" auf die Liste der neun letzten Kandidaten geschafft, die am 14. Januar auf fünf reduziert werden.

Das finnische Drama, das von einem russischen Dissidenten in der Stalin-Zeit erzählt, der in Estland untertaucht und unter falscher Identität als Fechtlehrer erfolgreich wird, ist eine finnisch-deutsch-estnische Koproduktion mit Kick Film als deutschem Partner. Sitz der Firma ist München, Besitzer und Geschäftsführer ist Jörg Bundschuh. Am 19. August 1953 wurde er in Heidelberg geboren, in Mannheim hat er das humanistische Gymnasium besucht.

Als 17-Jähriger begann er, als freier Autor Hörfunksendungen über Literatur, Philosophie und Zeitgeschichte zu schreiben. Nach dem Abitur studierte Bundschuh Philosophie, Literaturwissenschaften sowie Volkswirtschaft in Heidelberg, München und New York, von 1979 bis 1983 war er als Filmkritiker für die "Süddeutsche Zeitung" tätig. Zudem hat er als Autor für "Die Weltwoche", "Text und Kritik" und "epd Film" gearbeitet.

Jörg Bundschuh – ein Leben mit Kick

Geboren am 19. August 1953 in Heidelberg, Besuch des humanistischen Gymnasiums in Mannheim. Nach dem Abitur Studium der Philosophie, Literaturwissenschaft und Volkswirtschaft in Heidelberg, München und New York. Als 17-Jähriger beginnt Jörg Bundschuh (Bild) als freier Autor Hörfunksendungen über Literatur, Philosophie und Zeitgeschichte zu schreiben.

Von 1979 bis 1983 Filmkritiker u. a. für die "Süddeutsche Zeitung". 1981 Gründung der TV- und Filmproduktionsfirma Kick Film.

Bundschuh arbeitet als Produzent, Autor und Regisseur, hat bis heute rund 250 nationale und internationale - vielfach unter anderem mit dem Emmy oder dem Adolf Grimme Preis ausgezeichnete - (Ko-)Produktionen verantwortet, darunter Filmemacher- und Musikerporträts, Spielfilme und (TV)-Produktionen wie "Villa Air Bel" und "Wirtschaften im Islam".

Jörg Bundschuh ist verheiratet und lebt am Starnberger See. Sohn Moritz arbeitet als Entwicklungschef bei Kick Film, Tochter Ina als Grafikerin.

Am 14. Januar entscheidet sich, ob der von Bundschuh mitproduzierte finnische Film "Die Kinder des Fechters" nach den Golden Globes auch für den Auslands-Oscar nominiert wird. Zurzeit läuft er täglich um 15.45 Uhr in den Darmstädter Rex Kinos. geh/jpk

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Erfolg mit Musikerporträts

Die Kick-Firmenräume finden sich in den oberen Etagen eines unauffälligen Wohn- und Geschäftshauses im Lehel, einem der teuersten Viertel der Isarmetropole. Große Fenster spenden viel Licht, die Einrichtung ist modern und funktional. Es herrscht ein Gefühl absoluter Ordnung. Überall hängen gerahmte Poster von Filmen, die man produziert hat. In einem Raum gleich beim Eingang steht ein langes Wandregal mit DVDs. Porträts über Schauspieler und Regisseure, Fassbinder, Percy Adlon, Woody Allen, Kirk Douglas, Margarethe von Trotta.

Daneben Musikdokumentationen über Haindling, J.J. Cale, John Lee Hooker und "All You Need Is Klaus", über den Bassgitarristen und Grafiker Klaus Voormann, einen engen Vertrauten und Wegbegleiter der Beatles. Und natürlich auch Spielfilme wie "Brandnacht" mit Bruno Ganz, Josef Rusnaks "The Way We Are" mit Hilary Swank oder "Bavaria Blue" mit Alfred Edel, von Bundschuh inszeniert.

Er ist ein großer Mann, mit wuchtiger Hornbrille. Fester Händedruck, freundlich, eloquent. Zu jedem Film kann er aus dem Stegreif etwas sagen, eine Anekdote erzählen, Bezüge herstellen. 1981 gründete er sein Unternehmen - rund 15 feste Mitarbeiter sind heute da beschäftigt, darunter Sohn Moritz als Entwicklungschef und Produzent - , fast 250 Filme hat er Tag produziert. Ins Fernsehen, in den WDR, hat er sich zu Beginn seiner Karriere, wie er lachend erzählt, eher "reingemogelt", dem verantwortlichen Redakteur gegenüber behauptet, er hätte bereits TV-Erfahrung. Nicht ungewöhnlich in der Branche, Steven Spielberg hat einst bei Universal auch so den Fuß in die Tür bekommen. Inzwischen hat Bundschuh sich auf internationale Koproduktionen spezialisiert, überschaubare, spannende Projekte; Nischenfilme, wenn man so will. Bundschuh ist stets seinen eigenen Weg gegangen, hat sich "ausprobiert", ist "neugierig geblieben". Als Produzent, als (Drehbuch-)Autor, als Regisseur. Er hat Stoffe umgesetzt, die ihn interessieren, "und andere interessieren könnten". Und am wichtigsten ist beim Film - da hält er es mit Billy Wilder - "das Buch, das Buch, das Buch".

Mehrfach preisgekrönt

Mit dieser Vorgehensweise ist er gut gefahren, Produktionspartner hat er weltweit in mehr als 70 Ländern gefunden, darunter ARD und ZDF, BBC, HBO, SBS Australia, Red Bull Media House und ORF. Viele Freundschaften mit Filmemachern haben sich so über die Jahre ergeben, allein mit dem längst legendären Georg Stefan Troller hat Bundschuh 15 Mal kooperiert, etwa bei "Tage und Nächte in Paris" (2004) oder "Mord aus Liebe" (1993).

Und natürlich blieben Preise nicht aus, darunter ein Emmy Award, ein Hugo Award des Filmfests Chicago, der Bayerische Filmpreis, der Adolf Grimme Preis . . . Und vielleicht kommt da ja noch ein Golden Globe dazu - das wäre ein echter Kick!

© Mannheimer Morgen, Samstag, 09.01.2016
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