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Kongress: Die Jahrestagung des Instituts für Deutsche Sprache dreht sich noch bis morgen im Mannheimer Rosengarten um die Dynamik des Wortschatzes

Wieder einmal liegt die Wahrheit in der Mitte

Von unserem Redaktionsmitglied Thomas Groß

Auch die Arbeit an Wörterbüchern ist ein Thema der Tagung.

© dpa

Sprachbetrachtung ist zwar keine Schwarz-Weiß-Malerei, aber die Bezeichnungen sogenannter unbunter Farben sind durchaus von sprachwissenschaftlicher Bedeutung. So lässt sich feststellen, dass das Adjektiv "schwarz" viel stärker zu Neubildungen und Ableitungen motiviert als sein wörtliches Gegenteil. Zwischen "abgrundschwarz" und "zylinderschwarz" finden sich nämlich wesentlich mehr Abstufungen, also Wörter, als zwischen "alabasterweiß" und "zwiebelweiß".

Welche Gründe dafür verantwortlich sind, ist eine der Fragen, die auf der Jahrestagung des Instituts für Deutsche Sprache im Mannheimer Rosengarten noch bis morgen eine Rolle spielen. Etwa 450 Sprachwissenschaftler aus aller Welt diskutieren dabei seit gestern über "Wortschätze: Dynamik, Muster, Komplexität", wie das Thema lautet. Sie erörtern in Vorträgen und Gesprächen nicht zuletzt, welches Verständnis vom (deutschen) Wortschatz sich besonders durch die Sprachbetrachtung mittels großer elektronischer Textsammlungen, den sogenannten Korpora, ergibt.

Auf den Gebrauch kommt es an

Auch die erwähnten Unterschiede zwischen "schwarz" und "weiß" hat erst die Analyse dieser Sammlungen richtig zur Geltung gebracht. Und diese belegen damit auch eine zuvor nur theoretisch begründete Auffassung, nämlich wie sehr sich die Bedeutung eines Wortes nach seinem Gebrauch richtet, der erst die Nuancen hervorbringt und etabliert - oder wieder zum Verschwinden bringt. Wie meistens bei den großen Kongressen des Mannheimer Instituts hat auch die 53. Jahrestagung theoretische Besinnungen an den Anfang gestellt und Fachfragen in ihrem geschichtlichen Werden präsentiert.

Stefan Engelberg, Leiter der IDS-Fachabteilung Lexik, welche die Tagung organisiert hat, erinnerte einleitend an die frühere statische Auffassung von Wortschatz und -bedeutung, die einer dynamischen Platz gemacht hat. Gängig geworden ist es auch, Wörter nicht mehr isoliert, sondern im Zusammenhang größerer Einheiten und Konstruktionen zu betrachten - und ebenso ist die frühere klare Trennung in die den Wortschatz selbst betrachtende Lexik einerseits und Grammatik andererseits fragwürdig geworden.

Die Linguisten Stefan Müller und Hans C. Boas verdeutlichten das am Beispiel neuerer sprachwissenschaftlicher Theorien. Barbara Stiebels illustrierte, wie bestimmte Verb-Konstruktionen Mehrdeutigkeit und neue Bedeutungen erzeugen - und wie dann die jeweilige Bedeutung die grammatische Konstruktion bestimmen kann. Was ist Sache der Lexik und was gehört zur Grammatik? "Die Wahrheit liegt irgendwo in der Mitte", meinte Müller. Auf dieser Basis - gleichsam zwischen schwarz und weiß - lässt sich weiterarbeiten.

© Mannheimer Morgen, Mittwoch, 15.03.2017
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