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Schauspiel: Florian Kaisers Theater Carnivore reist als Wanderbühne durch die Region – mit einem ehemaligen Feuerwehrauto

Wilde Komödien als Ziel

Archiv-Artikel vom Freitag, den 20.02.2015

Von unserem Mitarbeiter Martin Vögele

"Nein, nie", lacht Florian Kaiser, Feuerwehrmann habe er niemals werden wollen. "Kinder-Berufswünsche waren Schäfer", erinnert er sich, "und Busfahrer". Auch wenn der heute 42-Jährige dann doch einen gänzlich anderen Karriereweg eingeschlagen hat - namentlich den des Theatermachers - scheint der Heidelberger nun zumindest dem juvenilen "Hang zu großen Autos" Rechnung getragen zu haben: mit der neuen Wanderbühne seines Theater Carnivore, die in Gestalt eines roten, ehemaligen Feuerwehr-Lkw (Modell LT 35, Baujahr 1982) samt Anhänger daherkommt.

Die Eröffnungspremiere wird mit Hernry W. Falks "leicht schwarzer" Zwei-Personen-Komödie "Mit der Tür ins Bett" unter Kaisers Regie am 13. Mai in der Scheune des Ziegenkäsehofes Nußloch gefeiert; die Eröffnungsvorstellung von Albert Franks Lustspiel "fast Faust" in der Inszenierung von Roland Heitz folgt am 3. Juli auf dem Heidelberger Weingut Clauer. Beide Produktionen präsentiert das Theater bis September bei insgesamt über einem Dutzend Vorstellungen in der Metropolregion. Ein paar freie Termine gebe es noch, erklärt Kaiser; toll fände er etwa, "wenn man es auch in Mannheim spielen könnte".

Ausbildung in Berlin und Besançon

Theater Carnivore

Das Ensemble: In "Mit der Tür ins Bett" spielen die Absolventen der Mannheimer Theaterakademie und [Ak.T]-heater-Akteure Edgar Diel und Svetlana Wall. Florian Kaiser und Roland Heitz, ehemals Direktor der Komödie Kassel, agieren in "fast Faust"

Als Gastspiel findet sich zudem Jörg Nadeschdins "Das Teufelsspiel", in zwei Fassungen (als vollständiges Abendprogramm und als Klassenzimmerstück) im Programm, das bis Ende Mai und wieder ab September gebucht werden kann.

Infos über das Theater und den Kartenvorverkauf gibt es online unter www.theater-carnivore.de. mav

2012 hatte er das umgewidmete Feuerwehr-Fahrzeug, das weiland im Saarland im Einsatz gewesen sei, erworben. "Den Gedanken an die Wanderbühne gibt es also schon ein bisschen länger", erklärt der gebürtige Heidelberger Schauspieler und Regisseur, der im französischen Besançon und an der Schule für Darstellende Künste in Berlin (Die Etage) ausgebildet wurde.

Nach seinem Abschluss hatte er unter anderem ein mehrjähriges Engagement an der Komödie Kassel übernommen, bevor er vor über zehn Jahren in die Schlossstadt zurückkehrte, um von dort aus an verschiedenen Bühnen zu gastieren. Auch mit dem Heidelberger [Ak.T]-heater arbeitet er zusammen - zuletzt bei dessen "Im Zwielicht wandeln"-Produktion in der Rolle des Achim von Arnim. Außerdem ist am 6. Februar das von ihm geschriebene Stück "Bezahlt wird immer!" an der Schauspielmanufaktur Nördlingen uraufgeführt worden.

Unter dem Namen Carnivore hatte er vergangenes Jahr erstmals einen Workshop ("Grimmige Märchen") bei den Weinheimer Grundschul-Theatertagen gegeben. "Mich hat es immer interessiert, die Produktionsmittel in die eigene Hand zu nehmen", führt Kaiser aus. Seine mobile Spielstätte, mit der er "auf einen minimalistischen Punkt" zurückgehe, habe er sich von alten Wanderbühnen in der Tradition des Thespiskarrens abgeschaut.

Den Zuschauern biete sie die Möglichkeit, von weinkulinarischen Genüssen flankierten "Komödien unterm Sternenhimmel" - und mithin einem "dionysisch, bacchantischen" Theatererlebnis beizuwohnen. "Es geht deutlich ums Amüsement", sagt Kaiser mit Blick auf den Namen "Carnivore" ("Fleischfresser") und dessen Repertoire. "Aber da sollen die düsteren Seiten ruhig mit einbezogen sein. Ich will da nicht die Norm erfüllen, dass sich immer alles in Wohlgefallen auflösen muss und alles geglättet ist. Sondern ich finde, eine Komödie muss eigentlich wild sein, da muss dieses Dionysische, Bedrohliche drin sein. Die Art von Komik, die ich haben will, die braucht dieses Spannungsfeld", umreißt er sein ästhetisches Credo.

Der Ex-Feuerwehr-Wagen fungiert hierbei gleichsam als Garderobe, Backstage-Bereich und Versorgungsfahrzeug. Der Mannheimer Bildhauer Motz Tietze baut derzeit eine 16 Quadratmeter große Klappbühne aus Stahl. In 80 Zentimeter Höhe soll sie auf Füßen schweben, wie Tietze (der ebenfalls für das [Ak.T]-heater als Bühnenbildner wirkt) beim Besuch in der Mannheimer Carnivore-Probebühne erläutert.

Bestuhlt werden die Vorführungen mit blauen, roten und gelben, mit Lehnen ausgestatteten Bänken (Polsterungen soll es auch geben, kündigt Kaiser an). Für diese sind gegen einen Betrag von 60 Euro auch Bank-Patenschaften zu haben, bei denen sich etwa Firmen mit Logo und Namen auf einem Schild nennen lassen können.

© Mannheimer Morgen, Freitag, 20.02.2015
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