Immer wieder tun sie es. Mal berühmtere, mal weniger berühmte Zeitgeister treten von der Bühne. Zuletzt Königin Beatrix. Durchaus stilvoll - wie man es von ihr gewohnt ist. Andere machen es sich nicht ganz so leicht mit dem Loslassen. Schauen wir uns nur den Bruce Willis an. Furchtbar gehässig wird der sicher noch aus dem Grab heraus brüllen: "Yippie ei yeah, Schweinebacke!" Jetzt also "Stirb Langsam", die Fünfte. Gewiss schon die zweite zu viel.
Obwohl: Keiner stirbt so langsam und gleichsam so theatralisch, ja poetisch und schön wie unser Bruce. Ja, unser Bruce! Anno 1955 in Idar-Oberstein geboren, hat er das Bild vom klassischen Actionhelden einer ganzen Generation frühpubertierender Krawall-Liebhaber geprägt - zusammen mit den Koryphäen Schwarzenegger und Stallone. Mit kaltem Lächeln, eisernen Nerven und Sprüchen, die man noch heute gerne im etwas derber gesinnten Freundeskreis anbringt. Ja, unser Bruce! Und dennoch, loslassen, das wird auch er einmal müssen. Am Valentinstag - warum nur! - kommt er wieder als John McClane in die Kinos. Und bei aller Liebe hoffen wir höchstens noch Spätpubertierende inständig und leise: Lass es doch bitte, bitte, das letzte Mal sein. Rüdiger Ofenloch