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Metall-Branche: Arbeitgeber und Gewerkschaft gehen optimistisch in die wohl entscheidende Runde / Kompromisse bei Azubi-Übernahme und Leiharbeit in Sicht

Heute soll im Tarifkonflikt die Einigung gelingen

Von unserem Korrespondenten Peter Reinhardt

Mit Warnstreiks macht die IG Metall seit Wochen massiv Druck.

© dpa

Stuttgart. Im Tarifkonflikt der Metallindustrie weisen die Signale auf eine friedliche Einigung hin. Heute nehmen die IG Metall und der Arbeitgeberverband Südwestmetall in Sindelfingen einen neuen Anlauf, um den Kompromiss vollends unter Dach und Fach zu bringen. Die Gespräche waren am Mittwoch nach 18-stündigem Verhandlungsmarathon für interne Beratungen unterbrochen worden. Die Große Tarifkommission der IG Metall gab dann grünes Licht für die Fortsetzung.

Den erreichten Verhandlungsstand bewerteten beide Seiten sehr unterschiedlich. Für die Gewerkschaft berichtete ihr Bezirksleiter Jörg Hofmann von Fortschritten bei den Themen unbefristete Übernahme der Ausgebildeten und Leiharbeit. "Aber es sind noch einige dicke Brocken aus dem Weg zu räumen." Man sei immer noch in einer Phase, an deren Ende auch ein Arbeitskampf stehen könnte.

Deutlich optimistischer beurteilte Südwestmetall-Chef Rainer Dulger den aktuellen Stand. "Wir haben bei den qualitativen Themen Ausbildung und Zeitarbeit in einigen wesentlichen Punkten eine Annäherung erzielt", erklärte der Heidelberger Unternehmer. Er zeigte sich zuversichtlich, dass heute ein Gesamtpaket geschnürt werden kann. Auch beim Thema Lohnerhöhung sei "eine faire Lösung möglich".

Beim Lohn noch auseinander

Über die 6,5-Prozent-Forderung der Gewerkschaft ist bisher noch nicht im Detail verhandelt worden. Die Arbeitgeber bieten drei Prozent bei einer Laufzeit von 14 Monaten. Hofmann sieht da noch eine "deutliche Differenz". Umgerechnet auf ein Jahr bedeute das Angebot eine Lohnerhöhung von 2,57 Prozent und gleiche nur die Inflationsrate aus. Vor der fünften Verhandlungsrunde hatte Hofmann im Interview mit dieser Zeitung einen Abbruch der Verhandlungen angedroht, falls keine "belastbaren Lösungswege für alle drei Themen gefunden werden".

Offenkundig zeichnen sich Kompromisse bei der Azubi-Übernahme und dem Streit um die Mitbestimmung beim Einsatz von Leiharbeitern ab. Sonst hätte die Tarifkommission die Einleitung der Urabstimmung beschlossen. Dass beide Seiten ihre Bundesspitzen nach Sindelfingen holten, ist ein weiteres Zeichen für den Einigungswillen.

Nachdem die letzten beiden Tarifabschlüsse federführend für alle Bezirke in Nordrhein-Westfalen ausgehandelt wurden, soll 2012 wieder einmal Baden-Württemberg der Pilotabschluss zufallen. "Das machen wir jetzt hier", sagte ein führender Gewerkschafter. Für den seit 2009 amtierenden Dulger wäre es der erste überhaupt. Über Einzelheiten des Verhandlungsstandes breiteten beide Seiten den Mantel des Schweigens. Um den Druck hochzuhalten warnte Hofmann öffentlich: "Wir wollen ein Ergebnis, keinen Streik. Aber wir scheuen nicht davor zurück." Trotz der Annäherung ließ die IG Metall die Welle der Warnstreiks weiter laufen. Am Mittwoch seien noch einmal 19 000 Beschäftigte aus 51 Betrieben beteiligt gewesen, hieß.

Seit dem Ende der Friedenspflicht Ende April haben nach der Zählung der Gewerkschaft allein in Baden-Württemberg 235 000 Beschäftigte aus fast 1000 Betrieben vorübergehend die Arbeit niedergelegt. Mancher Unternehmer schüttelt bei solchen Zahlen etwas ungläubig den Kopf. Nach ihrer Erhebung sind rund 100 000 Arbeitsstunden ausgefallen. Demnach hätte mancher Warnstreik in der Freizeit der Beschäftigten stattgefunden.

© Mannheimer Morgen, Freitag, 18.05.2012
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