DAS NACHRICHTENPORTAL RHEIN-NECKAR

 

Donnerstag, 27.11.2014

Suchformular
 
 

Lieber Leser, bitte aktivieren sie Cookies, um in den vollen Genuss unseres Angebotes zu kommen.

  • Drucken
  • Senden

    Machtmissbrauch

Von Rudi Wais

Diesen Kommentar gibt es nicht umsonst. Unsere Leser bezahlen am Kiosk oder im Abonnement für ihre Zeitung - und unser Verlag bezahlt den Autor, der diesen Kommentar schreibt, das Papier, auf dem der nachts gedruckt wird, die Druckmaschinen und natürlich auch Fahrer und Zusteller, die die Zeitungen dann in aller Frühe ausliefern. Im Idealfall haben am Ende alle fünf etwas von diesem Kommentar: Leser, Verlag, Journalist, Fahrer und Zusteller. Sie leben mit der Zeitung oder von ihr. Nur Google will nicht bezahlen.

Der amerikanische Internet-riese sammelt Texte ohne Rücksicht auf Urheber- und Verlagsrechte in speziellen Nachrichtenportalen. Das sogenannte Leistungsschutzrecht, nach dem Unternehmen wie Google Zeitungen und Zeitschriften dafür in Zukunft entschädigen müssen, bedroht daher auch nicht die Freiheit des Internets, sondern allenfalls kommerzielle Interessen.

Die Behauptung des Konzerns, das Suchen und Finden im weltweiten Netz werde per Gesetz behindert, ist eine Unverfrorenheit: Weder die Regierung noch die Verlage oder deren Journalisten wollen Inhalte aus dem Internet nehmen. Das Leistungsschutzrecht soll nur verhindern, dass sich Anbieter wie Google kostenlos bei anderen Unternehmen bedienen.

Selten hat ein Konzern seine Interessen so rücksichtlos durchzusetzen versucht wie im Moment Google. Auf den Seiten der Suchmaschine werden unkundige Besucher gezielt desinformiert und zu einer Art Shitstorm gegen die Abgeordneten des Bundestages aufgerufen, die sich für das neue Leistungsschutzrecht starkmachen - als sei Google selbst das Netz und nicht nur einer von Millionen von Anbietern, die sich dort tummeln.

Diese Form von Lobbyismus trägt nicht nur allmachtsfantastische Züge, sie ignoriert auch ein fundamentales ökonomisches Prinzip. Guter Journalismus kostet Geld - und deshalb darf ihn auch Google nicht umsonst bekommen.

© Mannheimer Morgen, Freitag, 30.11.2012
  • Drucken
  • Senden
 
 
TICKER

Das Wetter in der Metropolregion

Mannheim - Prognose für 9 Uhr

Das Wetter am 27.11.2014 in Mannheim: stark bewölkt
MIN. 2°
MAX. 7°
 

Vote

Was sagen Sie zur Frauenquote?

Die größten deutschen Unternehmen müssen sich auf eine gesetzliche Frauenquote von 30 Prozent vom Jahr 2016 an einstellen. Darauf hat sich die große Koalition in Berlin geeinigt. Was sagen Sie dazu? 

 
 

Männerwelten

Rudi Wais nimmt die Frauenquote in Augenschein. Seiner Meinung nach hat sie allenfalls symbolischen Wert [mehr]

Johannes Hahn

Politik

EU-Kommissar Hahn besucht krisengeschüttelte Ukraine

Kiew (dpa) - EU-Nachbarschaftskommissar Johannes Hahn beginnt einen zweitägigen Besuch in der Ukraine. In der Hauptstadt Kiew will der Österreicher mit der prowestlichen Führung die Möglichkeiten für eine Beilegung der schweren Krise besprechen. Ukrainische Regierungseinheiten kämpfen im Osten der… [mehr]

Kontakt zur Politik-Redaktion

Telefon: (ab 14 Uhr) 0621/392 13 32
Fax: 0621/392 14 90

Schreiben Sie uns eine E-mail!

Jean-Claude Juncker

Abstimmung über Misstrauensantrag gegen Juncker

Straßburg (dpa) - Das Europaparlament stimmt über den Misstrauensantrag gegen die EU-Kommission von Jean-Claude Juncker ab. Verlangt hat das Votum eine Gruppe von 76 Abgeordneten aus dem EU-kritischen und rechtspopulistischen Lager. Sie ist nach den jüngsten Enthüllungen über Steuersparmodelle für… [mehr]

 

DAS NACHRICHTENPORTAL RHEIN-NECKAR