DAS NACHRICHTENPORTAL RHEIN-NECKAR

 

Mittwoch, 20.08.2014

Suchformular
 
 

Lieber Leser, bitte aktivieren sie Cookies, um in den vollen Genuss unseres Angebotes zu kommen.

  • via Facebook teilen
  • Drucken
  • Senden

Reflexe

Von Michael Schröder

In Wien ist in der U-Bahn eine junge Frau vergewaltigt worden. Dank mehrerer Überwachungskameras wurde der Täter schnell ermittelt. Das Verbrechen selbst konnte zwar nicht verhindert werden, aber die Fahndungsfotos führten zur Identifizierung. Jetzt sollen die U-Bahnen in Wien weiter aufgerüstet werden. Von einem Aufschrei der österreichischen Datenschützer ist nichts bekannt. Nach dem gescheiterten Bombenanschlag auf dem Bonner Hauptbahnhof hingegen wurde Kritik an Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich laut, der mehr Videoüberwachung gefordert hatte. Von "Reflexen" war die Rede, und die Bundesjustizministerin beschied, dies sei "kein Allheilmittel".

Das sehen die Bundesbürger völlig anders. Eine überwältigende Mehrheit von 81 Prozent wünscht, dass diese polizeiliche Video-Technik ausgeweitet wird. Die Bedrohung durch Terrorismus und Gewaltkriminalität löst in der Bevölkerung mehr Ängste aus als eine vermeintliche Einschränkung von Bürgerrechten. Weder die Gefahren einer missbräuchlichen Nutzung von Daten noch die mantrahaft wiederholten Warnungen vor einem "Überwachungsstaat" schrecken die Deutschen ab. Es verleiht den Menschen zumindest ein subjektives Sicherheitsgefühl, wenn sie durch Bahnhöfe oder über öffentliche Plätze laufen und dabei in das Blickfeld von Überwachungskameras geraten.

Der Video-Einsatz macht aber nur Sinn, wenn die Aufzeichnungen für eine Auswertung gespeichert werden. Der Streit zwischen Bahn und Bundespolizei darüber, weshalb dies im Fall der Bonner Bombenleger nicht geschah, ist deshalb geradezu absurd. Wer nun eine Ausweitung der Kameraüberwachung fordert, will damit nicht gleich eine flächendeckende Totalkontrolle, sondern den effektiven Einsatz im Rahmen der bestehenden gesetzlichen Möglichkeiten. Darin bereits den Marsch in einen "Big-Brother"-Staat zu sehen, wie Kritiker fürchten, sind die eigentlichen Reflexe in dieser Debatte.

© Mannheimer Morgen, Samstag, 22.12.2012
  • via Facebook teilen
  • Drucken
  • Senden
 
 
TICKER
 
 

Video

Gewalt in Nahost eskaliert

Tel Aviv, 10.07.14: Mit unverminderter Härte setzen Israel und die radikalislamische Hamas ihre gegenseitigen Angriffe fort. Vor allem auf palästinensischer Seite gab es zahlreiche Verletzte.

Obamas Problem

Friedemann Diederichs beleuchtet die Ausschreitungen in der US-Stadt Ferguson, die das Land erschüttern [mehr]

Flüchtlingskonvoi beschossen?

Berlin/Kiew. Das internationale Ringen um eine Waffenruhe hat die Kämpfe in der Ostukraine nicht stoppen können. Die prowestliche Führung in Kiew warf den prorussischen Separatisten sogar vor, einen Flüchtlingskonvoi angegriffen zu haben. Viele Menschen seien getötet worden, darunter Frauen und… [mehr]

Kontakt zur Politik-Redaktion

Telefon: (ab 14 Uhr) 0621/392 13 32
Fax: 0621/392 14 90

Schreiben Sie uns eine E-mail!

Getötete Familie

Gaza-Krieg eskaliert wieder: Versuchte Tötung von Hamas-Militärchef

Tel Aviv/Gaza (dpa) - Nach dem Scheitern der Waffenruhe-Gespräche fließt im Gaza-Konflikt zwischen Israel und militanten Palästinensern wieder Blut. Israel bestätigte am Mittwoch den Versuch einer gezielten Tötung des einflussreichen Militärchefs der im Gazastreifen herrschenden Hamas, Mohammed… [mehr]

 

DAS NACHRICHTENPORTAL RHEIN-NECKAR