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 Wunsch-Papst

Von Stephan Töngi

Nicht zu jung, nicht zu alt. Eher liberal - oder doch konservativ? Statt eines Europäers besser ein Vertreter des Teils der Welt, in dem die katholische Kirche wächst, anstatt zu schrumpfen. Die Vorstellungen vom Profil des Papstes nach Benedikt XVI. lassen sich nicht unter einen Hut bringen. Die Vielfalt dieser Wünsche steht für die Richtungen, die der Katholizismus in sich vereint.

Wohlgemerkt: Als einzige Institution existiert die katholische Kirche seit 2000 Jahren, seit Jahrhunderten weltumfassend. Dass dies - auch kulturell bedingt - zu Spannungen führt, liegt auf der Hand. Ökumene mit den Protestanten, Zölibat, Diakonat von Frauen: Themen, die deutschen Katholiken unter den Nägeln brennen, setzen jedoch anderswo zum Verständnis Erklärungen voraus.

Zu den Aufgaben des Papstes gehört es, seine Kirche zusammenzuhalten, indem er sich gesprächsbereit zeigt und so Kompromisse ermöglicht. Damit der häufig zitierte Satz "Die Kirche muss immer wieder erneuert werden" nicht zur Hülse verkommt und der Katholizismus zu einer Religion von gestern wird, sollten Reformen nicht ausgeschlossen werden. Gleichzeitig dort, wo nötig, die Tradition zu bewahren, erhebt die Ausübung des Papst-Amtes zur hohen Kunst.

Dass die Kriterien für einen Wunsch-Papst sich nicht auf dessen europäische Herkunft beschränken lassen, trägt der Tatsache Rechnung, dass Lateinamerika in absoluten Zahlen sowie prozentual den Erdteil mit den meisten Katholiken stellt. Die Gewichte haben sich verschoben. Vielleicht noch nicht beim bevorstehenden Konklave, aber mittelfristig wird Europa umdenken müssen. Wobei die Herkunft selbst ebenso wenig wie Alter oder Hautfarbe etwas über die Ausrichtung aussagt. Ein Nichteuropäer auf dem Papststuhl käme vielmehr einer bedeutsamen Aufwertung der Regionen der Erde gleich, in denen der Glaube an Gott wächst, wohingegen der Kölner Kardinal Joachim Meisner für die Gesellschaft in Deutschland gerade eine "Katholikenphobie" festgestellt haben will.

Die Papstwahl hinter verschlossenen Türen, mit schwarzem und weißem Rauch, zählt zu den letzten Mysterien unserer modernen Zeit. Noch lässt sich kein Favorit ausmachen, dafür ist es zu früh. Und mögliche Kandidaten werden sich vorsehen, denn ein weiteres Mal könnte sich bewahrheiten: "Wer als Papst ins Konklave geht, kommt als Kardinal wieder heraus."

© Mannheimer Morgen, Donnerstag, 14.02.2013
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