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Flüchtlinge: Unangemeldete Kundgebungen gegen Gewalt von Ausländern / Auch in Mannheim 70 Personen auf dem Marktplatz

Russlanddeutsche demonstrieren

Archiv-Artikel vom Montag, den 25.01.2016

Hunderte Russlanddeutsche in Villingen-Schwenningen auf der Straße.

© dpa

Hannelore Kraft fürchtet um das Ansehen der SPD.

©  dpa

Stuttgart/MannHeim/Berlin. Mehrere Tausend Russlanddeutsche haben gestern in Baden-Württemberg und Bayern gegen eine aus ihrer Sicht ausufernde Gewalt von Ausländern demonstriert. Anlass war die angebliche Vergewaltigung eines Mädchens in Berlin, eine Tat, die es laut Berliner Polizei gar nicht gegeben hat, über die jedoch in russischen Medien berichtet worden war. Zu den Demonstrationen war in sozialen Netzwerken aufgerufen worden.

Allein in Baden-Württemberg gingen gestern knapp 3000 Menschen auf die Straßen. In Mannheim trafen sich am Nachmittag etwa 70 Personen auf dem Marktplatz. Wie ein Polizeisprecher auf Nachfrage unserer Zeitung mitteilte, waren die Männer und Frauen überwiegend russischer Herkunft und hatten weder Transparente noch Megaphone dabei. Nach einem Gespräch mit Polizeibeamten zogen sie unverrichteter Dinge wieder ab. In Ellwangen kamen rund 150 Menschen auf den Marktplatz. "Von dort begann ein Marsch durch Ellwangen, der schließlich vor der Eingangspforte zur Landeserstaufnahmeeinrichtung endete", sagte ein Polizeisprecher. Dort fanden am Ende rund 500 Menschen zusammen. Ein Sprecher ist als Funktionär der regionalen NPD bekannt. Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei wurde der Aufruf von Menschen mit russischer Herkunft initiiert. Dem Veranstalter drohen Ermittlungen, weil die Versammlung nicht angemeldet war.

Auch in Schwäbisch Gmünd (Ostalbkreis) und Crailsheim (Kreis Schwäbisch Hall) folgten Menschen dem Aufruf. In Villingen-Schwenningen fand eine Demonstration von rund 1300 Russlanddeutschen unter dem Motto "Gegen Gewalt und für mehr Sicherheit in Deutschland" statt. Die Menschen trugen Transparente mit Sprüchen wie: "Ich habe Angst um meine Enkel" oder: "Respekt für deutsche Kultur".

Hitzige Diskussionen

In Lahr kamen laut Polizei vorwiegend Spätaussiedler auf dem Rathausplatz zusammen. Der Oberbürgermeister und der Revierleiter stellten sich den Sicherheitsfragen der 350 Menschen rund um die Flüchtlingsthematik. Neben hitzigen Diskussionen verlief die Versammlung ohne Zwischenfälle. In Rastatt trafen sich etwa 400 Menschen vor dem Rathaus. In Offenburg (beide Ortenaukreis) trafen sich 200 Bürger, ebenfalls vorwiegend Spätaussiedler, um spontan auf das Thema aufmerksam zu machen.

Auch in Bayern kam es zu spontanen Demonstrationen, die - wie in Baden-Württemberg - friedlich blieben. In Augsburg versammelten sich etwa 200 Protestierende auf dem Rathausplatz. Sie forderten eine Verteidigung "deutscher und christlicher Werte". In teils auf Russisch vorgetragenen Redebeiträgen wandten sie sich gegen gewalttätige Flüchtlinge. In den mittelfränkischen Städten Nürnberg, Erlangen, Ansbach und Neustadt an der Aisch protestierten jeweils zwischen 40 und 400 Russlanddeutsche.

Rund 700 Menschen hatten bereits am Samstag vor dem Kanzleramt in Berlin wegen der Vergewaltigung eines Mädchens durch Flüchtlinge demonstriert - die Tat hat es laut Polizei gar nicht gegeben. Der Berliner Ableger der Pegida-Bewegung, "Bärgida", hatte zu der Kundgebung aufgerufen. dpa/mad

© Mannheimer Morgen, Montag, 25.01.2016
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