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Tierschutz: Kampf gegen Einsatz im Zirkus

Streit um Auftritte von Elefanten

Von unserem Korrespondenten Ralf Müller

Tierschützer möchten Elefanten aus dem Zirkus verbannen.

© dpa

München. Der Streit zwischen Tierschützern und Zirkussen eskaliert. Anlass ist der Tod von vier Zirkuselefanten in diesem Jahr. Vonseiten der Tierschützer hagelt es Strafanzeigen. Die Zirkusbetreiber wehren sich gegen die - wie es heißt - "unwahren Anschuldigungen". Die Todesserie begann im Januar mit Elefantenkuh "Mausi". Über die Umstände gibt es diametral auseinandergehende Darstellungen. "Mausi" sei im für Elefanten jungen Alter von 30 Jahren nach jahrelanger schmerzhafter Krankheit "auf einem zehnstündigen Tiertransport" gestorben, so die Tierrechtsorganisation "Peta". "Mausi" habe früh unter Arthrose gelitten und sei nicht mehr aufgetreten, berichtete der "Circus Voyage". "Wegen des andauernden Drucks radikaler Tierrechtler" habe man sich entschlossen, "Mausi" in einen belgischen Zoo zu bringen, wo sie an Darmverschluss gestorben sei. Es sei denkbar, dass gerade das Herausnehmen des Tieres aus seiner gewohnten Umgebung den Darmverschluss verursacht habe.

Forderung an die Politik

Gleichwohl muss sich der "Circus Voyage" auf schrille Begleitmusik beim Gastspiel in München einrichten. Heute will "Peta" die Besucher darüber informieren, dass - so Kampagnenleiter Peter Höffken - Voyage für die Tiere "die Hölle auf Erden ist".

Nach Recherchen des Deutschen Tierschutzbunds sind in den letzten 15 Jahren über 30 Elefanten in deutschen Zirkussen vorzeitig gestorben. Nicht wenige hätten wegen ihres desolaten körperlichen Zustands eingeschläfert werden müssen. Innerhalb eines Jahres seien in den Zoos von München, Berlin und Köln drei Elefanten "trotz anerkannt guter Haltungsbedingungen" eingegangen, hält "Circus Voyage" dagegen. Bei Zirkussen jedoch sei der Tod eines Tieres jedes Mal "Anlass für eine allgemeine Hetzpropaganda".

In 14 europäischen Ländern sei die Haltung von Wildtieren im Zirkus eingeschränkt oder verboten, so "Vier Pfoten"-Kampagnenleiterin Martina Stephany. Der Bundesrat hat im November 2011 einen entsprechenden Vorstoß verabschiedet. Jetzt müsse Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) handeln, fordert Stephany.

© Mannheimer Morgen, Samstag, 14.07.2012

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