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Mossad: Selbstmord eines Spions mit australischem Pass bringt Israel in Bedrängnis

Wie aus einem Agenten-Film

Von unserer Korrespondentin Inge Günther

Der Grabstein von Ben Zygier, dem "Gefangenen X".

© dpa

JERUSALEM. Nahezu drei Jahre lang hielten israelische Behörden die Identität des "Gefangenen X", der sich 2010 in seiner Zelle erhängt haben soll, geheim. Selbst die Wärter kannten seinen Namen nicht, was Insider seinerzeit zu Spekulationen veranlasste, der Mossad habe womöglich einen iranischen General geschnappt. Journalisten, die nachfragten, wurden auf die Nachrichtensperre verwiesen. Aus solchem Stoff sind Agententhriller gestrickt.

Aber was langsam an die Öffentlichkeit dringt, steht dem kaum nach. Seit gestern darf man auch in Israel über die Recherchen berichten, die der australische Fernsehsender "ABC" zu Wochenbeginn ausgestrahlt hatte. Bei dem "Gefangenen X" handelte es sich demnach um Ben Zygier aus Melbourne, der sich bei seiner Einwanderung nach Israel im Jahr 2000 Ben Allen oder auch Ben Alon nannte.

Laut "ABC" war Zygier vom Auslandsgeheimdienst Mossad als Agent für Spezialeinsätze rekrutiert worden. Seine australische Herkunft galt als perfekte Tarnung für Einsätze in der islamischen Welt. In Israel führte Zygier ein scheinbar normales Leben mit Frau und zwei Kindern. Warum der damals 33-Jährige Anfang 2010 in Haft genommen wurde, ist unklar. Wahrscheinlich hielt man ihn für einen Verräter, einen Doppelagenten.

Jedenfalls kam Zygier in den berüchtigten Hochsicherheitstrakt des Ayalon-Gefängnisses in Ramle, ursprünglich errichtet für den Mörder von Premier Yitzhak Rabin. Anwälte oder Besucher durfte er nicht erhalten. Seine Zelle wurde per Kamera dauerüberwacht. Trotzdem soll sich Zygier darin umgebracht haben, womöglich half eine fremde Hand nach. Seine Leiche wurde wenige Tage später nach Australien überführt. Sein Grabstein auf dem jüdischen Friedhof in Springvale vermerkt als Todesdatum den 15. Dezember 2010.

Vater Geoffrey Zygier, ein bekannter Mann in der jüdischen Gemeinde von Melbourne, wollte "ABC" keine Auskünfte geben. Die Familie möchte nicht in die Öffentlichkeit, was angesichts der Mossad-Verstrickung ihres Sohnes im eigenen Sicherheitsinteresse liegen dürfte. Aber Bedarf nach Aufklärung sieht auch der australische Außenminister Bob Carr. Er ordnete eine interne Untersuchung an.

Druck von Netanjahu

Das eigentliche Nachspiel dürfte der Fall in Israel haben. Noch am Dienstag hatte Premier Benjamin Netanjahu eine Runde leitender Redakteure einbestellt und verlangt, Informationen zu dem Fall zurückzuhalten, da sie eine gewisse, der Regierung unterstehende Organisation bloßstellen könnten. Mossad-Chef Tamir Pardo lebe offenbar im vorigen Jahrhundert, als das Internet noch nicht verbreitet gewesen sei, schrieb "Haaretz"-Chefredakteur Aluf Benn bissig.

© Mannheimer Morgen, Donnerstag, 14.02.2013
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