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Luftverkehr: Neuer Leiter präsentiert Zukunftskonzept für verschuldeten Flughafen

Hahn soll umgebaut werden

Heinz Rethage leitet seit zwei Wochen die Geschäfte des Flughafens Hahn.

© dpa

Hahn. Der hoch verschuldete Flughafen Hahn soll mit einem umfassenden Umbauprogramm wieder auf Kurs gebracht werden. Bis Sommer soll das Zukunftskonzept für den defizitären Hunsrück-Airport den Aufsichtsgremien vorgelegt werden, kündigte der neue Geschäftsführer Heinz Rethage gestern bei seinem ersten öffentlichen Auftritt im neuen Amt in Hahn an.

Ein Grobkonzept soll voraussichtlich schon bei der nächsten Sitzung des Aufsichtsrates am 21. März diskutiert werden. Ziel ist es, bis 2014 oder 2015 wieder eine schwarze Null in den Büchern stehen zu haben. Der Flughafen schreibt seit längerem rote Zahlen. Der Airport gehört zu 82,5 Prozent dem Land Rheinland-Pfalz und zu 17,5 Prozent Hessen.

Akute Liquiditätsprobleme

Seine Aufgabe sei es, den Flughafen fit für die Zukunft zu machen - und zwar ganz schnell, betonte Rethage. Dafür sei es zunächst dringend erforderlich, für mehr flüssige Mittel zu sorgen. "Wir haben in diesem Jahr ein großes Liquiditätsproblem." Insgesamt drückten den Airport Verbindlichkeiten von 120 Millionen Euro, rund 80 Millionen beträfen Banken und 40 Millionen den Liquiditätspool des Landes. Bei einem Umsatz von 40 Millionen Euro würden pro Jahr allein sechs Millionen für Zinsen gezahlt. Das sei schlichtweg zu viel, betonte der Manager.

Schon im März 2013 müssten 12,8 Millionen Euro getilgt werden, Ende des Jahres ein weiterer Kredit. Auftreiben will Rethage frisches Geld vor allem mit Grundstücksverkäufen. Einige Ausgaben sollen verschoben, Kosten gesenkt werden. Auch über geringere Personalkosten werde nachgedacht, Kündigungen seien aber nicht geplant, sagte der Geschäftsführer. An Investitionen seien für die kommenden drei bis fünf Jahre insgesamt rund 40 Millionen Euro veranschlagt.

Der neue Flughafen-Chef strebt darüber hinaus Kooperationen mit Unternehmen aus der Landesverwaltung an. Dazu zähle auch der Verkauf von Flughafen-Infrastruktur an den Landesbetrieb Mobilität, Rethages vorherigem Arbeitgeber. Das Geschäft soll rund 85 Millionen Euro bringen. Doch das Konzept, bei dem der Airport die Infrastruktur wieder zurückpachtet, müsse noch mit EU-Recht abgeglichen werden.

Die EU-Kommission prüft unabhängig davon bereits in zwei Beihilfeverfahren unter anderem einen früheren Kredit aus dem Liquiditätspool. Angesichts dessen will die rot-grüne Regierung in Mainz Kredite für den Hahn mittelfristig nicht mehr aus dem Pool zahlen. lrs

© Mannheimer Morgen, Freitag, 15.02.2013
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