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Künftig wegfallend

Von Peter Reinhardt

Ziemlich holprig ist die grün-rote Regierung in eine neue Diskussion um den Abbau von Lehrerstellen gestartet. Ministerpräsident Winfried Kretschmann sorgte mit seinen Einlassungen für große Verwirrung bei Freund und Feind. Nun lichtet sich langsam der Nebel und es zeigt sich, dass die Regierung mindestens 11 600 Stellen im Schulbereich einsparen will. Finanzpolitisch ist das die Untergrenze, da sonst die Personalausgaben des Kultusbereichs den Haushalt noch stärker belasten würden. Es ist aber auch bildungspolitisch zu vertreten, da die Zahl der Schüler im Zeitraum bis 2020 noch stärker zurückgeht.

Der Aufschrei bei Lehrern und Eltern ist nun groß. Zum Teil ist Kretschmann mit seinen bruchstückhaften Erklärungen daran selbst schuld. Die Regierung muss die politischen Notwendigkeiten künftig besser erklären. Viel zu lange hat im baden-württembergischen Landtag eine Allparteienkoalition die Illusion aufrechterhalten, dass es in der Bildung auf Geld nicht ankommt und es immer genug gibt. So konnte sich die alte schwarz-gelbe Koalition um Strukturreformen und die Schließung von Schulen drücken. Die neue Regierung hat das Bildungsangebot sogar weiter aufgefächert.

Es ist gut, dass der Kultusbereich ab jetzt keine Tabuzone für die Finanzpolitiker ist. Zuerst ist eine Bestandsanalyse notwendig. Denn schulischer Erfolg hängt nicht von der Zahl der Lehrer ab, sondern mehr von ihrer Qualität.

© Mannheimer Morgen, Freitag, 13.07.2012
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