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Von Stefan Proetel

Allein 19 Tote in den vergangenen sieben Wochen: Es wird Zeit, die Diskussion um die Vermeidung von Geisterfahrten auf deutschen Autobahnen zu verschärfen. Warum haben unsere Nachbarn in Österreich an den Abfahrten große, signalfarbene Warnschilder aufgestellt - und wir nicht? Sicher, aufgrund der besonderen Topographie sind die Zu- und Abfahrten dort oftmals noch unübersichtlicher. Aber der stärker und hektischer werdende Verkehr wirkt sich auch auf die Autofahrer hierzulande aus. Kommt schlechte Sicht hinzu, kann die Wahrnehmung kurzfristig derart eingeschränkt sein, dass überforderte Fahrer den falschen Weg einschlagen.

Immerhin: Das Bundesverkehrsministerium will Ende des Jahres Ergebnisse eines Pilotprojekts veröffentlichen. In Bayern sind seit 2010 entlang der A8 Warntafeln an Anschlussstellen sowie Tank- und Rastanlagen aufgestellt. Sollte der Versuch positive Effekte gehabt haben, muss eine bundesweite Lösung schnell umgesetzt werden. Wer mit Kosten argumentiert, blickt am besten noch einmal nach Österreich. Die Warntafeln dort werden nicht mit Steuergeldern finanziert. Sondern mit den Einnahmen aus Werbung auf den Rückseiten. Klar, Warntafeln können Suizidfahrten nicht verhindern. Aber wer mit diesem Argument ihren Einsatz verhindert, handelt schlicht fahrlässig.

© Mannheimer Morgen, Montag, 19.11.2012
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