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Stressige Kindheit

Von Madeleine Bierlein

Wir leben in einer Welt voller Stress. Erwachsene leiden zunehmend unter Burnout, Jugendliche stöhnen unter den Belastungen des verkürzten Gymnasiums G8. Und neuerdings reicht der Leistungsdruck sogar bis in die Grundschule, wie eine Umfrage des Deutschen Kinderschutzbundes zeigt. Demnach klagt bereits jeder vierte Zweit- oder Drittklässler über zu viel Stress - vor allem dann, wenn der Wechsel auf die weiterführende Schule seine Schatten vorauswirft.

Auch in Zeiten des noch immer nachhallenden Pisa-Schocks kann der stetig wachsende Leistungsdruck nicht der richtige Weg sein. Erziehungswissenschaftler wie Psychologen mahnen, dass Kinder Freiräume brauchen. Freiräume zum Spielen, zum Nichtstun und um nicht zweckgebunden die Welt zu erkunden.

Sicher, die Angst, dem Nachwuchs den Weg zu verbauen, ist in der heutigen Leistungsgesellschaft nachvollziehbar. Aber diese Angst darf nicht so weit gehen, dass Kinder keine Kindheit mehr haben und nach dem Terminkalender eines Erwachsenen leben. Eine stressarme, kindgerechte Grundschulzeit bereitet vermutlich besser auf das Leben vor als gute Noten.

© Mannheimer Morgen, Donnerstag, 22.11.2012
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