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Havarie: Untersuchungsbericht zum Untergang des Säuretankers auf dem Rhein / Experimente im Simulator

„Waldhof“ falsch beladen

Von unserem Redaktionsmitglied Kathrin Miedniak

Sekunden vor dem Kentern: Am Simulator können die Experten den Untergang des Tankschiffes nachvollziehen - und finden so die Ursachen der Havarie.

© dpa

Karlsruhe. Es dauert nur zehn Sekunden. Dann ist das Tankmotorschiff "Waldhof" vom Radar verschwunden. "Da wussten alle: Es ist etwas Schreckliches passiert", sagt Michael Putzschke, Leiter der Untersuchungskommission des Unglücks. Als die "Waldhof" am frühen Morgen des 13. Januar 2011 nahe St. Goar unterhalb der Loreley auf dem Rhein kentert, kommt ein Besatzungsmitglied ums Leben, zwei werden schwer verletzt, ein Mann bleibt bis heute verschwunden.

Bis zu 1800 Tonnen Schwefelsäure fließen - zum Teil kontrolliert - in den Rhein, der Fluss bleibt 32 Tage lang teilweise für die Schifffahrt gesperrt. "Es war ein Unglück, wie es der Rhein noch nie gesehen hat", sagt Putzschke. Zwei Jahre später ist klar: Ausgelöst hat das Unglück die falsche Beladung der "Waldhof". Herausgefunden hat das eine Runde von Wasser- und Schifffahrtsexperten im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung. Gestern stellten sie in der Karlsruher Bundesanstalt für Wasserbau ihren Abschlussbericht vor.

Verkettung vieler Faktoren

Verlauf des Unglücks

  • Die "Waldhof" kentert am 13. Januar 2011 um 4.42 Uhr am "Betteck" nahe St. Goar. Der Tanker treibt kieloben weiter, kollidiert mit einem entgegenkommenden Schiff und strandet auf der Seite liegend.
  • Ein Matrose stirbt in seiner Kajüte, einer wird aus dem Fluss gerettet, ein dritter befreit sich selbst aus dem Schiff. Der vierte Mann bleibt bis heute verschwunden. mie

Ihre Haupterkenntnis: Die sieben Tanks des Schiffes hätten nicht genau zur Hälfte mit Schwefelsäure beladen werden dürfen. Denn so brachten die vielen Kurven des Rheins die rund 2400 Tonnen Säure zum Schwappen, das Schiff lag nicht stabil im Wasser. "Deswegen hätte die ,Waldhof' aber trotzdem nicht kentern dürfen", sagt Putzschke. Tatsächlich verlief die Fahrt vom Start in Ludwigshafen Richtung Antwerpen bis St. Goar problemlos.

Die Kommission braucht etliche Experimente mit einem Schiffsführungssimulator, bis klar wird, dass eine Verkettung vieler Faktoren den Unfall ausgelöst hat. Wegen eines Hochwassers ist die Strömung am Tag des Unglücks stärker als sonst und es herrscht ungewöhnlich viel Verkehr auf dem Rhein. Als die "Waldhof" in der Kurve "Betteck" einem entgegenkommenden Schiff ausweicht, verschiebt sich die Säure in den Tanks, durch die Strömung an einer 22 Meter tiefen Stelle des Rheins entsteht ein Unterdruck - und bringt das Schiff zum Kentern. "Ein vorschriftsmäßig beladenes Schiff hätte all diese Schwierigkeiten überwunden", erklärt Putzschke.

Um solche Havarien künftig zu verhindern, fordert die Expertengruppe das Mitführen eines Ladungsrechners für Binnenschiffe, ein Begegnungsverbot großer Schiffe an gefährlichen Stellen und eine bessere Ausbildung von Schiffsführern in Sachen Beladung. Mit der Frage nach der Schuld an dem Unfall beschäftigten sich die Experten dagegen nicht. "Unser Bericht wurde aber an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet", sagt Putzschke.

© Mannheimer Morgen, Freitag, 15.02.2013
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