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Lebensmittel: Fleischskandal verunsichert Verbraucher in der Region / Immer mehr Märkte in Deutschland nehmen vermutlich falsch deklarierte Produkte aus dem Sortiment

Bedenken um Pferdefleisch nehmen zu

Von unserem Redaktionsmitglied Justin Pietsch

Eine Pferdefleischprobe zur Untersuchung in einem Veterinäruntersuchungsamt.

© dpa

Der Pferdefleisch-Skandal hat Deutschland erreicht - und verunsichert Verbraucher in Mannheim und der Region. Manche bleiben aber auch gelassen. Eine Metzgerei beklagt Rechtfertigungsdruck.

Früher, sagt Manfred Schwarz, da hat er einmal pro Woche Pferdehackes gegessen. "Das ist sehr gut und viel gesünder als anderes Fleisch." Frisch vom Pferdemetzger - "denn da wusste man, wo es herkommt", sagt der 71-jährige Wormser.

Wissen, wo das Fleisch herkommt: Da sind zumindest bei so mancher Tiefkühl-Lasagne dieser Tage Zweifel angebracht. So wurde in Fertiggerichten, die als Rindfleisch-Lasagne deklariert waren, Pferdefleisch entdeckt. Ungesund ist das nach bisherigem Erkenntnisstand nicht; aber Käufer bekamen nicht, was auf der Packung stand.

Nun werden unter anderem in Mannheim Proben von Hackfleisch in lebensmittelverarbeitenden Betrieben genommen, etwa bei Metzgern oder in Restaurants. Das Land habe Lebensmittelkontrolleure dazu aufgefordert, innerhalb von 14 Tagen mehrere Proben abzuliefern, sagt Dirk Schuhmann, Sprecher des Mannheimer Ordnungsdezernats.

Im Supermarkt, auf dem Markt, beim Metzger: Menschen in der Region sind verunsichert. Einige bleiben den Fertigprodukten dennoch treu, manche wollen nun stattessen vermehrt zu Frischfleisch greifen - wenn sie dies nicht ohnehin regelmäßig tun.

Zum Beispiel Kati Schöler. Die 82-Jährige ist auf dem Markt in Mannheim unterwegs. Bei dem Skandal um Pferdefleisch fühle sie sich als Verbraucherin betrogen - direkt betroffen sei sie aber nicht. "Ich kaufe immer frisch, das Fleisch lasse ich mir beim Metzger schneiden", sagt die Weinheimerin. Generell esse sie aber ohnehin eher wenig Fleisch. "Das ist gesünder, und man bleibt schlank", sagt sie und lacht.

Auch Christine Bergold gibt sich gelassen. Die 43-Jährige verkauft Pferdefleisch aus eigener Schlachterei in Wachenheim auf dem Mannheimer Markt; auch auf dem Frankenthaler Markt ist sie regelmäßig. "Wir schlachten selber, da wissen die Leute, wo das Fleisch herkommt", sagt sie. Negative Folgen durch den Skandal fürchtet sie nicht. "Das macht das Pferdefleisch schließlich nicht schlechter." Das eigene Image leide nicht: "Das betroffene Fleisch kommt ja nicht von uns."

Weniger gelassen sind die Reaktionen bei dem traditionellen Mannheimer Fleischerfachgeschäft Lang. "Die Unsicherheit bei den Leuten ist groß", sagt die Metzgerei-Chefin Barbara Lang. Kunden fragten häufiger nach und wollten wissen, wo das Fleisch herkommt. Einen Kundenrückgang befürchtet sie nicht. Aber: "Man muss sich fast schon rechtfertigen für das, was wir haben", sagt die 51-Jährige. Dabei sei das Fleisch aus eigener Schlachtung. Sie erwartet nun, dass auch Kunden kommen, die Fleisch normalerweise im Discounter kaufen. Aber nur für kurze Zeit. "Dann gehen sie wieder in den Supermarkt." In einem Supermarkt war auch der 32-jährige Mannheimer, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will. Er greife immer wieder gern zur Tiefkühl-Lasagne, sagt er. "Aber ich gehe davon aus, dass das Pferdefleisch in der Lasagne ein Einzelfall war." Und wenn nicht? "Dann würde ich von solchen Produkten wohl Abstand halten." Und mehr frisches Fleisch kaufen - mal beim Metzger, mal im Supermarkt.

Auch die 30-jährige Mannheimerin Nadine Wagner ist verunsichert. "Da macht man sich schon Gedanken." Bei Tiefkühlprodukten wisse man nie so genau, was man letztlich bekommt. Darum wolle sie künftig vermehrt Frischfleisch kaufen.

Verunsichert ist der 71-jährige Manfred Schwarz dagegen nicht. Er war gerade in einem Mannheimer Discounter-Supermarkt einkaufen. Den Pferdefleisch-Skandal nennt er zwar "kriminell". Er greift dennoch gern mal zur Tiefkühl-Lasagne. Bei der weiß er zwar nicht so genau, woher das Fleisch stammt. "Aber da habe ich keine Bedenken." Und wenn mal Pferde- statt Rindfleisch drin wäre: Er esse es ja gern.

© Mannheimer Morgen, Freitag, 15.02.2013
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