DAS NACHRICHTENPORTAL RHEIN-NECKAR

 

Dienstag, 30.09.2014

Suchformular
 
 

Lieber Leser, bitte aktivieren sie Cookies, um in den vollen Genuss unseres Angebotes zu kommen.

  • via Facebook teilen
  • Drucken
  • Senden

Lebensmittel: Fleischskandal verunsichert Verbraucher in der Region / Immer mehr Märkte in Deutschland nehmen vermutlich falsch deklarierte Produkte aus dem Sortiment

Bedenken um Pferdefleisch nehmen zu

Von unserem Redaktionsmitglied Justin Pietsch

Eine Pferdefleischprobe zur Untersuchung in einem Veterinäruntersuchungsamt.

© dpa

Der Pferdefleisch-Skandal hat Deutschland erreicht - und verunsichert Verbraucher in Mannheim und der Region. Manche bleiben aber auch gelassen. Eine Metzgerei beklagt Rechtfertigungsdruck.

Früher, sagt Manfred Schwarz, da hat er einmal pro Woche Pferdehackes gegessen. "Das ist sehr gut und viel gesünder als anderes Fleisch." Frisch vom Pferdemetzger - "denn da wusste man, wo es herkommt", sagt der 71-jährige Wormser.

Wissen, wo das Fleisch herkommt: Da sind zumindest bei so mancher Tiefkühl-Lasagne dieser Tage Zweifel angebracht. So wurde in Fertiggerichten, die als Rindfleisch-Lasagne deklariert waren, Pferdefleisch entdeckt. Ungesund ist das nach bisherigem Erkenntnisstand nicht; aber Käufer bekamen nicht, was auf der Packung stand.

Nun werden unter anderem in Mannheim Proben von Hackfleisch in lebensmittelverarbeitenden Betrieben genommen, etwa bei Metzgern oder in Restaurants. Das Land habe Lebensmittelkontrolleure dazu aufgefordert, innerhalb von 14 Tagen mehrere Proben abzuliefern, sagt Dirk Schuhmann, Sprecher des Mannheimer Ordnungsdezernats.

Im Supermarkt, auf dem Markt, beim Metzger: Menschen in der Region sind verunsichert. Einige bleiben den Fertigprodukten dennoch treu, manche wollen nun stattessen vermehrt zu Frischfleisch greifen - wenn sie dies nicht ohnehin regelmäßig tun.

Zum Beispiel Kati Schöler. Die 82-Jährige ist auf dem Markt in Mannheim unterwegs. Bei dem Skandal um Pferdefleisch fühle sie sich als Verbraucherin betrogen - direkt betroffen sei sie aber nicht. "Ich kaufe immer frisch, das Fleisch lasse ich mir beim Metzger schneiden", sagt die Weinheimerin. Generell esse sie aber ohnehin eher wenig Fleisch. "Das ist gesünder, und man bleibt schlank", sagt sie und lacht.

Auch Christine Bergold gibt sich gelassen. Die 43-Jährige verkauft Pferdefleisch aus eigener Schlachterei in Wachenheim auf dem Mannheimer Markt; auch auf dem Frankenthaler Markt ist sie regelmäßig. "Wir schlachten selber, da wissen die Leute, wo das Fleisch herkommt", sagt sie. Negative Folgen durch den Skandal fürchtet sie nicht. "Das macht das Pferdefleisch schließlich nicht schlechter." Das eigene Image leide nicht: "Das betroffene Fleisch kommt ja nicht von uns."

Weniger gelassen sind die Reaktionen bei dem traditionellen Mannheimer Fleischerfachgeschäft Lang. "Die Unsicherheit bei den Leuten ist groß", sagt die Metzgerei-Chefin Barbara Lang. Kunden fragten häufiger nach und wollten wissen, wo das Fleisch herkommt. Einen Kundenrückgang befürchtet sie nicht. Aber: "Man muss sich fast schon rechtfertigen für das, was wir haben", sagt die 51-Jährige. Dabei sei das Fleisch aus eigener Schlachtung. Sie erwartet nun, dass auch Kunden kommen, die Fleisch normalerweise im Discounter kaufen. Aber nur für kurze Zeit. "Dann gehen sie wieder in den Supermarkt." In einem Supermarkt war auch der 32-jährige Mannheimer, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will. Er greife immer wieder gern zur Tiefkühl-Lasagne, sagt er. "Aber ich gehe davon aus, dass das Pferdefleisch in der Lasagne ein Einzelfall war." Und wenn nicht? "Dann würde ich von solchen Produkten wohl Abstand halten." Und mehr frisches Fleisch kaufen - mal beim Metzger, mal im Supermarkt.

Auch die 30-jährige Mannheimerin Nadine Wagner ist verunsichert. "Da macht man sich schon Gedanken." Bei Tiefkühlprodukten wisse man nie so genau, was man letztlich bekommt. Darum wolle sie künftig vermehrt Frischfleisch kaufen.

Verunsichert ist der 71-jährige Manfred Schwarz dagegen nicht. Er war gerade in einem Mannheimer Discounter-Supermarkt einkaufen. Den Pferdefleisch-Skandal nennt er zwar "kriminell". Er greift dennoch gern mal zur Tiefkühl-Lasagne. Bei der weiß er zwar nicht so genau, woher das Fleisch stammt. "Aber da habe ich keine Bedenken." Und wenn mal Pferde- statt Rindfleisch drin wäre: Er esse es ja gern.

© Mannheimer Morgen, Freitag, 15.02.2013
  • via Facebook teilen
  • Drucken
  • Senden
 
 
TICKER

Das Wetter in der Metropolregion

Mannheim - Prognose für 9 Uhr

18°

Das Wetter am 30.9.2014 in Mannheim: stark bewölkt
MIN. 14°
MAX. 23°
 

Umfrage

Soll Deutschland Waffen an die Kurden im Irak liefern?

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die geplanten Waffenlieferungen an die Kurden im Irak mit der Bedrohung durch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gerechtfertigt. Der IS habe in den vergangenen Wochen "unfassbare Gräueltaten" begangen, sagte Merkel  in einer Regierungserklärung vor dem Bundestag.

Was denken Sie?

Erster Weltkrieg

Elftausend Kilometer bis zur Heimat

Hambach. Im Ersten Weltkrieg gerät der Hambacher Franz Rettig in russische Gefangenschaft, wird in ein Lager nach Ostsibirien gebracht - und flücht von dort zu Fuß und per Bahn nach Hause. Seine Erlebnisse hält er in einem Tagebuch fest. Enkel Rudolf Unger erzählt die Geschichte seines Opas. [mehr]

Kontakt zur Redaktion Vermischtes

Telefon 0621/392-1313
Fax 0621/392-1373

Schreiben Sie uns eine E-Mail!

Mangroven

UN-Umweltschützer schlagen Alarm wegen Mangroven-Vernichtung

Athen (dpa) - Die fortschreitende Zerstörung der Mangrovenwälder kostet nach Schätzungen des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (Unep) jährlich zwischen 6 und 42 Milliarden US-Dollar (5 bis 33 Milliarden Euro). Demnach würden durch den Rückgang der Mangroven große Mengen an Treibhausgas frei… [mehr]

Amanda Bynes

Schauspielerin Amanda Bynes erneut festgenommen

Los Angeles (dpa) - Die US-amerikanische Schauspielerin Amanda Bynes (28) hat wieder Ärger mit dem Gesetz. Nach Mitteilung der Autobahnpolizei vom Montag wurde Bynes am frühen Sonntagmorgen (Ortszeit) festgenommen. Sie soll unter dem Einfluss von Drogen im Raum Los Angeles Auto gefahren sein, so… [mehr]

Massenschlägerei im Juni

Anklage nach Schüssen im Jungbusch

Mit Baseballschlägern und Stöcken prügelten im Juni zahlreiche Männer im Mannheimer Jungbusch aufeinander ein. Dann griff ein 25-Jähriger zur Schusswaffe - ihm wirft die Staatsanwaltschaft jetzt versuchten Totschlag vor. [mehr]

 

DAS NACHRICHTENPORTAL RHEIN-NECKAR