DAS NACHRICHTENPORTAL RHEIN-NECKAR

 

Freitag, 01.08.2014

Suchformular
 
 

Lieber Leser, bitte aktivieren sie Cookies, um in den vollen Genuss unseres Angebotes zu kommen.

  • via Facebook teilen
  • Drucken
  • Senden

Medizin: Das Medikament „Truvada“ soll das Risiko neuer HIV-Infektionen verringern – einen sicheren Schutz vor dem tödlichen Virus bedeutet das nicht

Die Pille „davor“ – Fluch oder Segen?

Von dpa-Korrespondent Thilo Resenhoeft

Berlin. Der Erfinder bekäme wohl sofort den Nobelpreis für Medizin: eine Pille, die sicher vor der Infektion mit dem Aidserreger HIV schützt. Damit ließe sich dem millionenfachen Tod durch einen der schlimmsten Seuchenzüge Einhalt gebieten. Ein solches Präparat gibt es aber nicht, und es zeichnet sich auch nicht ab. In den USA wurde nun eine Kombination bekannter Wirkstoffe gegen das Aidsvirus mit dem Markennamen "Truvada" auch zur vorbeugenden Behandlung zugelassen. Mediziner sprechen von einer Präexpositions-Prophylaxe (PrEP).

Der Gedanke: Menschen in Risikogruppen, etwa homosexuelle Männer oder Drogenabhängige, die nicht mit HIV infiziert sind, nehmen die Pillen regelmäßig. Deren Wirkstoffe breiten sich im Körper aus. Falls das Virus dann - etwa beim ungeschützten Sex oder durch eine verseuchte Nadel - in den Körper kommt, kann es die Zellen schlechter infizieren und sich schwerer in ihnen vermehren. Auf diese Weise wird das Risiko, sich zu infizieren, verringert. Aber: Es besteht fort.

In "Truvada" finden sich die Wirkstoffe Tenofovir und Emtricitabin. Beide erschweren es dem Virus, seine Erbsubstanz in die zur Infektion des Menschen nötige Fassung zu

bringen. "Truvada" ist in den USA seit 2004 zugelassen - zur Behandlung von HIV-infizierten Erwachsenen und Kindern über zwölf. "Truvada" ist auch in Deutschland zugelassen, nicht aber zur Vorbeugung. 30 Tabletten kosten laut Apothekenpreisliste 819,01 Euro.

Die US-Arzneibehörde FDA stützt sich bei ihrer Zulassung auch auf zwei Studien. In diesen

wurde das Risiko einer Infektion signifikant verringert. Einmal um 42 Prozent, in einer Studie der US-Gesundheitsbehörden (NIH) mit 2500 HIV-negativen schwulen und bisexuellen Männern. Eine zweite Studie an der Universität Washington brachte ein um 75 Prozent verringertes Risiko. Untersucht wurden dabei laut FDA etwa 4800 heterosexuelle Paare, bei denen einer der Partner HIV-positiv war und der zweite nicht.

Die einen sehen diese Ergebnisse als Erfolg. Sie rechnen hoch, dass sich durch die Pillen viele neue Infektionen und letztlich Kosten verhindern lassen. Jede einzelne verhinderte Infektion zähle, egal ob durch Aufklärung, Abstinenz, Kondome oder PrEP. Kritiker verweisen auf jene Neuinfektionen, die sich durch "die Pille davor" nicht verhindern ließen. Das UN-Aidsprogramm UNAIDS begrüßte die Zulassung. Aber es ergänzte: "Keine einzelne Maßnahme schützt vollständig vor der HIV-Infektion, daher empfiehlt UNAIDS mit Nachdruck eine Kombination aus verschiedenen Präventionen, darunter Kondome für Menschen in Risikogruppen."

© Mannheimer Morgen, Freitag, 20.07.2012
  • via Facebook teilen
  • Drucken
  • Senden
 
 
TICKER

Das Wetter in der Metropolregion

Mannheim - Prognose für 18 Uhr

23°

Das Wetter am 1.8.2014 in Mannheim: leicht bewölkt
MIN. 15°
MAX. 27°
 

Serie Erster Weltkrieg

Mit Kriegseintritt 1917 steigen die USA zur Weltmacht auf

Zunächst wollte Präsident Wilson mit den USA gar nicht in den Ersten Weltkrieg eintreten. Als er es 1917 dann doch tat, war Washingtons Aufstieg zur Weltmacht nicht mehr aufzuhalten. Historische Analogien sind verlockend, weil auf den ersten Blick eingängig. Doch häufig liegen sie daneben. So gibt… [mehr]

Kontakt zur Redaktion Vermischtes

Telefon 0621/392-1313
Fax 0621/392-1373

Schreiben Sie uns eine E-Mail!

Sonnensturm

Satellitenring könnte vor gewaltigen Sonnenstürmen warnen

Bristol (dpa) - Eine gewaltige Sonneneruption, die auf der Erde als magnetischer Supersturm spürbar wäre, könnte zu großflächigen Stromausfällen führen. Eine Gruppe von Sonnenexperten schlägt deshalb vor, ein Frühwarnsystem aus 16 die Sonne umkreisenden Satelliten einzurichten. Diese müssten nur so… [mehr]

Philipp Brammer

«Lindenstraße»-Schauspieler Philipp Brammer tot

Berchtesgaden (dpa) - Der aus der ARD-Serie «Lindenstraße» bekannte Schauspieler Philipp Brammer ist bei einer Bergtour in den Alpen tödlich verunglückt. Suchmannschaften von Bergwacht und Polizei fanden die Leiche des 44-Jährigen am Freitag nahe der Reiteralpe in den Berchtesgadener Bergen. [mehr]

Juli-Statistik

Der Arbeitsmarkt hat eine Delle

In welch hellen Farben hatten die Experten doch den Arbeitsmarkt 2014 im Vorhinein gemalt, von einem weiterhin starken Rückgang der Arbeitslosigkeit war da die Rede gewesen. Doch jetzt, nach sieben Monaten, zeigt sich ein deutlich anderes Bild: Fast 500 Arbeitslose mehr als noch vor einem Jahr, der… [mehr]

 

DAS NACHRICHTENPORTAL RHEIN-NECKAR