DAS NACHRICHTENPORTAL RHEIN-NECKAR

Mittwoch, 29.06.2016

Suchformular
 
 

Lieber Leser, bitte aktivieren sie Cookies, um in den vollen Genuss unseres Angebotes zu kommen.

  • Drucken
  • Senden

Medizin: Das Medikament „Truvada“ soll das Risiko neuer HIV-Infektionen verringern – einen sicheren Schutz vor dem tödlichen Virus bedeutet das nicht

Die Pille „davor“ – Fluch oder Segen?

Archiv-Artikel vom Freitag, den 20.07.2012

Von dpa-Korrespondent Thilo Resenhoeft

Berlin. Der Erfinder bekäme wohl sofort den Nobelpreis für Medizin: eine Pille, die sicher vor der Infektion mit dem Aidserreger HIV schützt. Damit ließe sich dem millionenfachen Tod durch einen der schlimmsten Seuchenzüge Einhalt gebieten. Ein solches Präparat gibt es aber nicht, und es zeichnet sich auch nicht ab. In den USA wurde nun eine Kombination bekannter Wirkstoffe gegen das Aidsvirus mit dem Markennamen "Truvada" auch zur vorbeugenden Behandlung zugelassen. Mediziner sprechen von einer Präexpositions-Prophylaxe (PrEP).

Der Gedanke: Menschen in Risikogruppen, etwa homosexuelle Männer oder Drogenabhängige, die nicht mit HIV infiziert sind, nehmen die Pillen regelmäßig. Deren Wirkstoffe breiten sich im Körper aus. Falls das Virus dann - etwa beim ungeschützten Sex oder durch eine verseuchte Nadel - in den Körper kommt, kann es die Zellen schlechter infizieren und sich schwerer in ihnen vermehren. Auf diese Weise wird das Risiko, sich zu infizieren, verringert. Aber: Es besteht fort.

In "Truvada" finden sich die Wirkstoffe Tenofovir und Emtricitabin. Beide erschweren es dem Virus, seine Erbsubstanz in die zur Infektion des Menschen nötige Fassung zu

bringen. "Truvada" ist in den USA seit 2004 zugelassen - zur Behandlung von HIV-infizierten Erwachsenen und Kindern über zwölf. "Truvada" ist auch in Deutschland zugelassen, nicht aber zur Vorbeugung. 30 Tabletten kosten laut Apothekenpreisliste 819,01 Euro.

Die US-Arzneibehörde FDA stützt sich bei ihrer Zulassung auch auf zwei Studien. In diesen

wurde das Risiko einer Infektion signifikant verringert. Einmal um 42 Prozent, in einer Studie der US-Gesundheitsbehörden (NIH) mit 2500 HIV-negativen schwulen und bisexuellen Männern. Eine zweite Studie an der Universität Washington brachte ein um 75 Prozent verringertes Risiko. Untersucht wurden dabei laut FDA etwa 4800 heterosexuelle Paare, bei denen einer der Partner HIV-positiv war und der zweite nicht.

Die einen sehen diese Ergebnisse als Erfolg. Sie rechnen hoch, dass sich durch die Pillen viele neue Infektionen und letztlich Kosten verhindern lassen. Jede einzelne verhinderte Infektion zähle, egal ob durch Aufklärung, Abstinenz, Kondome oder PrEP. Kritiker verweisen auf jene Neuinfektionen, die sich durch "die Pille davor" nicht verhindern ließen. Das UN-Aidsprogramm UNAIDS begrüßte die Zulassung. Aber es ergänzte: "Keine einzelne Maßnahme schützt vollständig vor der HIV-Infektion, daher empfiehlt UNAIDS mit Nachdruck eine Kombination aus verschiedenen Präventionen, darunter Kondome für Menschen in Risikogruppen."

© Mannheimer Morgen, Freitag, 20.07.2012
  • Drucken
  • Senden
 
 
TICKER

Das Wetter in der Metropolregion

Mannheim - Prognose für 21 Uhr

16°

Das Wetter am 29.6.2016 in Mannheim: klar
MIN. 16°
MAX. 25°
 

 

Erster ICE fährt durch Mannheim

Anfang Juni 1991 fuhr der erste ICE auch durch Mannheim und machte am Hauptbahnhof halt. Berichte aus dem "Mannheimer Morgen" von 1991 können Sie hier abrufen.

Gerstensaft

Testen Sie Ihr Wissen über Bier!

Wie viel Bier trinkt der Deutsche pro Jahr im Durchschnitt? Was ist ein "Radler sauer"? Und wie kam die Eichbaum Brauerei zu ihrem Namen? Stellen Sie sich unserem Wissenstest zum Thema Bier! [mehr]

Kontakt zur Redaktion Vermischtes

Telefon 0621/392-1313
Fax 0621/392-1373

Schreiben Sie uns eine E-Mail!

Leere Strandkörbe an der Ostsee

Stabiles Sommer-Hoch lässt auf sich warten

Offenbach (dpa) - Am Donnerstag gibt es im Südosten häufiger Schauer und Gewitter, die teils mit Starkregen und kleinerem Hagel einhergehen können. Auch im Norden und Nordwesten zieht bei meist starker Bewölkung teils schauerartiger Regen auf. In einem Streifen von den Gebieten südlich der… [mehr]

Filiale in Relaisstraße überfallen

Mannheim-Rheinau: Fahndung nach Bankräuber

Mannheim. Nach einem Banküberfall im Mannheimer Stadtteil Rheinau am Mittwochnachmittag sucht die Polizei nach Zeugen, die Hinweise auf den Täter geben können. Wie die Polizei mitteilt, betrat der Bankräuber gegen 16 Uhr die Sparkassenfiliale in der Relaisstraße, bedrohte eine Angestellte mit einer… [mehr]

 

DAS NACHRICHTENPORTAL RHEIN-NECKAR