DAS NACHRICHTENPORTAL RHEIN-NECKAR

 

Donnerstag, 23.10.2014

Suchformular
 
 

Lieber Leser, bitte aktivieren sie Cookies, um in den vollen Genuss unseres Angebotes zu kommen.

  • via Facebook teilen
  • Drucken
  • Senden

Psyche: Am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) Mannheim lernen chronische Schmerzpatienten, gesund

„Fokus soll auf angenehmen Aktivitäten liegen“

Von unserem Redaktionsmitglied Madeleine Bierlein

Zu jeder multimodalen Therapie gehört auch die Einbeziehung der Psyche. Dr. Martin Diers vom Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) in Mannheim hält eine Psychotherapie für chronische Schmerzpatienten für äußerst wichtig.

Welche Rolle spielt die Psyche beim Schmerz?

Martin Diers: Das Wohlbefinden hat generell Einfluss darauf, wie man auf Schmerz reagiert. Wer über eine stabile, gute Psyche verfügt, der kann in der Regel besser mit Schmerz umgehen. Die Zahlen zeigen, dass viele chronische Schmerzpatienten komorbid sind, das heißt, sie leiden unter mehreren Krankheiten, oft unter Depressionen. Und auch auf den Schmerz hat die Stimmung einen großen Einfluss.

Zur Person

  • Martin Diers ist Psychologe und psychologischer Psychotherapeut.
  • Er arbeitet am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim (ZI).
  • Seit 2009 ist er Bereichsleiter für Schmerz und Tinnitus an der dortigen Hochschulambulanz.

Was nützt diese Erkenntnis den Patienten?

Diers: Sie können in einer ambulanten Psychotherapie lernen, sich anders zu verhalten, um gesundes Verhalten zu erlangen.

Können Sie Beispiele dafür nennen?

Diers: Sie lernen Schmerzverhalten - wie Humpeln, Stöhnen, sich vom Partner alle Aufgaben, zum Beispiel im Haushalt, abnehmen lassen - zu erkennen und zu vermeiden. Auch sollten Sie nicht dauernd über ihre Schmerzen reden und sich nicht zurückziehen. Besser ist es, rauszugehen, sich abzulenken. Der Fokus des Patienten soll auf angenehmen Aktivitäten, nicht auf dem Schmerz liegen. Das Ziel ist schließlich, Schmerz zu löschen.

Und das funktioniert?

Diers: Die von uns im Rahmen einer Studie angebotene Verhaltenstherapie hat sich sowohl bei Patienten mit chronischem Rückenschmerz als auch mit anderen Schmerzsyndromen als sehr wirksam erwiesen. Die Therapie umfasst 25 bis 45 Einzelsitzungen mit ein- bis zweistündigen Terminen pro Woche. Eine unterstützende Physiotherapie fördert den Aufbau der Muskeln.

Wie wichtig ist die Mitarbeit von Familienmitgliedern?

Diers: Wir versuchen, Partner oder andere Bezugspersonen als Co-Therapeuten einzusetzen. Sie lernen, gesundes Verhalten zu verstärken und Schmerzverhalten zu ignorieren beziehungsweise davon abzulenken und können so helfen, den Patienten zu aktivieren.

Welche Rolle spielt die Schmerzursache in der Verhaltenstherapie?

Diers: Sie ist wichtig, und wir erfragen sie auch. Bei der Therapie von chronischen Schmerzen tritt die Ursache aber schließlich in den Hintergrund. Denn in diesen Fällen geht es nicht mehr so sehr um den Ursprung des Schmerzes, sondern um das, was ihn aufrecht erhält.

Wie wichtig ist die psychologische Behandlung in der Schmerztherapie?

Diers: Die medikamentöse Therapie ist meist der erste Schritt. Und es gibt Schmerzpatienten, deren Beschwerden man durch Medikamente in den Griff bekommt. Aber die schweren chronischen Fälle bleiben meiner Erfahrung nach ohne Psychotherapie auf der Strecke.

Dienstag, 16.10.2012
  • via Facebook teilen
  • Drucken
  • Senden
 
 
TICKER

Das Wetter in der Metropolregion

Mannheim - Prognose für 21 Uhr

Das Wetter am 23.10.2014 in Mannheim: Dunst oder Nebel
MIN. 6°
MAX. 14°
 

Umfrage

Soll Deutschland Waffen an die Kurden im Irak liefern?

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die geplanten Waffenlieferungen an die Kurden im Irak mit der Bedrohung durch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gerechtfertigt. Der IS habe in den vergangenen Wochen "unfassbare Gräueltaten" begangen, sagte Merkel  in einer Regierungserklärung vor dem Bundestag.

Was denken Sie?

Kultur regional (mit Fotostrecke)

Erster Weltkrieg im 3D-Kino

Der Karlsruher Regisseur Nikolai Vialkowitsch hat im Mannheimer Cineplex seine emotionale Dokumentation „Im Krieg - Der 1. Weltkrieg in 3D“ vorgestellt. Die Kernbotschaft: "Im Elend sind alle gleich." [mehr]

Kontakt zur Redaktion Vermischtes

Telefon 0621/392-1313
Fax 0621/392-1373

Schreiben Sie uns eine E-Mail!

Komet "67P/Tschurjumow-Gerassimenko"

Forscher: Komet «Tschury» müffelt

Bern (dpa) - Der Komet «67P/Tschurjumow-Gerassimenko» riecht offenbar ziemlich streng. Wissenschaftler analysierten mit einem in der Schweiz entwickelten Messinstrument in der Raumsonde «Rosetta» die Gashülle um den Kern «Tschurys». Wie aus einer Mitteilung der Universität Bern von Donnerstag… [mehr]

Stephan Lamby

Friedrichs-Preis für Fernsehjournalismus verliehen

Hamburg (dpa) - Die Moskauer ARD-Korrespondentin Golineh Atai und der Hamburger Fernsehautor Stephan Lamby sind mit dem Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis für Fernsehjournalismus ausgezeichnet worden. Auch wenn Atai sich nicht als «Frontberichterstatterin» sehe, sei ihr diese Aufgabe nicht erspart… [mehr]

Hygieneskandal

Klinikum Mannheim setzt Kommission ein

Mannheim. Im Hygieneskandal am Uniklinikum Mannheim hat Oberbürgermeister und Klinikum-Aufsichtsratsvorsitzender Peter Kurz Fehler der Universitätsmedizin eingeräumt. Hinweise von Mitarbeitern über Hygienemängel seien nicht ordnungsgemäß an die richtigen Stellen weitergetragen worden, sagte Kurz… [mehr]

 

DAS NACHRICHTENPORTAL RHEIN-NECKAR