DAS NACHRICHTENPORTAL RHEIN-NECKAR

 

Donnerstag, 24.04.2014

Suchformular
 

Lieber Leser, bitte aktivieren sie Cookies, um in den vollen Genuss unseres Angebotes zu kommen.

  • via Facebook teilen
  • Drucken
  • Senden

Berlin: Die Kanzlerin hat jetzt doch den Partner, den sie überhaupt nicht wollte / Beiden ist klar, dass sie sich zusammenraufen müssen

„Merklande“ – ein Tandem vor schwierigem Start

Von dpa-Korrespondent Christoph Sator

Berlin. Irgendwann am späteren Sonntagabend griff die Kanzlerin zum Telefon. Es war gegen 22 Uhr, als Angela Merkel zum ersten Mal Kontakt mit einem Mann aufnahm, den sie bis dahin noch nie gesprochen hatte: Frankreichs neuer Präsident François Hollande. Merkel gratulierte, wie es sich gehört - auch wenn sie das bis dahin ganz gern vermieden hätte. Hollande gab seinen Dank trotz allem freundlich zurück.

Allzu lange dauerte die Unterhaltung nicht. Aber zumindest verständigten sich die beiden darauf, dass sie sich nächste Woche zu einem Gespräch sehen werden. Hollande will dazu nach Berlin kommen, vermutlich am Dienstagabend. Nach dem Ärger, den es zwischen Merkel und Hollande gegeben hatte, war das keine Selbstverständlichkeit mehr. Allzu deutlich hatte die CDU-Vorsitzende darauf gesetzt, dass Nicolas Sarkozy für weitere fünf Jahre Hausherr im Elysée bleiben werde. Hollande bekam im Kanzleramt bis zum Schluss des Wahlkampfs nicht einmal einen Termin.

Merkel ärgerte sich insbesondere darüber, dass Hollande angekündigt hatte, den mühsam zwischen 25 EU-Ländern ausgehandelten Fiskalpakt aufschnüren zu wollen. Trotzdem wollen sich beide darum bemühen, zu einem guten Verhältnis zu kommen. Wohl versprach die Kanzlerin gestern, Hollande "mit offenen Armen" zu empfangen. "Die deutsch-französische Zusammenarbeit ist essenziell für Europa. Da wir alle den Erfolg Europas wollen, wird diese Zusammenarbeit schnell beginnen." Aber zugleich stellte sie klar, dass an Nachverhandlungen über den Fiskalpakt nicht zu denken sei.

Im Nachsatz deutete sie dann aber an, was aus deutscher Sicht möglich wäre. Der Pakt könne weiterbearbeitet werden, versprach sie - eine etwas unglückliche Formulierung. Gemeint damit ist die Ergänzung um einen "Wachstumspakt", der auf dem nächsten EU-Gipfel im Juni beschlossen werden könnte. Damit könnten sowohl Merkel als auch Hollande das Gesicht wahren.

Nun geht es darum, den Begriff mit Inhalten zu füllen. Dabei gehen die Meinungen weit auseinander. Aus ihrer bisherigen Erfahrung als wichtigste europäische Krisenmanagerin lehnt Merkel ein "Wachstum auf Pump" ab. Hollande hingegen setzt auf staatliche Ausgaben, um die Konjunktur anzukurbeln. Allerdings weiß er selbst, wie stark er unter Beobachtung der Märkte steht. Die Spielräume für ihn sind eng wie noch nie für einen französischen Präsidenten.

Ohnehin sind Merkel und Hollande nicht die einzigen, die sich miteinander schwertun. Auch die Suche nach einem Namen für das neue Tandem, das an die Stelle von "Merkozy" tritt, kam noch nicht richtig voran. In Europas Zeitungen wurden alle möglichen Kombinationen ausprobiert, von "Merklande" bis hin zu "Horkel". Aber so richtig überzeugend war keine davon.

© Mannheimer Morgen, Dienstag, 08.05.2012
  • via Facebook teilen
  • Drucken
  • Senden
 
 
TICKER

Das Wetter in der Metropolregion

Mannheim - Prognose für 0 Uhr

10°

Das Wetter am 24.4.2014 in Mannheim: leicht bewölkt
MIN. 8°
MAX. 25°
 

Jubiläum

Facebook-Welt: Ins Netz gegangen

Im Schnitt ist jeder sechste Mensch heute bei Facebook aktiv - trotz aller Skandale. In den zehn Jahren seines Bestehens hat es das Netzwerk geschafft, Gesellschaften zu durchdringen. War's das? Besuche im Alltag. [mehr]

Fotostrecke

Zehn Jahre Facebook

Am 4. Februar 2004 wurde Facebook gegründet - heute ist es mit 1,2 Milliarden Nutzern das größte soziale Netzwerk weltweit. [mehr]

Kontakt zur Redaktion Vermischtes

Telefon 0621/392-1313
Fax 0621/392-1373

Schreiben Sie uns eine E-Mail!

Meterdicke Steinflöße: Routen-Modell für treibendes Vulkangestein

London (dpa) - Meterdick und Tausende Quadratkilometer groß können die Teppiche aus porösem Bimsstein sein, die nach unterseeischen Vulkanausbrüchen auf dem Meer treiben. Ein Vorhersagemodell soll Schiffe vor den scharfkantigen Brocken schützen helfen. Für einen 400 Quadratkilometer großen… [mehr]

Kardiologenkongress

Herzmedizin für eine alternde Bevölkerung

Auf der 80. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie sprechen Experten noch bis Samstag in Mannheim über die zukünftigen Herausforderungen in der Herzmedizin. [mehr]

Ampeln

Fußgänger drücken oft vergebens

Anstelle der Passanten bestimmen an 75 Prozent der Mannheimer Ampeln zeitweise Programme die Taktung der Rot-Grünphasen. Die Druckknöpfe sind in dieser Zeit funktionslos. [mehr]

 

DAS NACHRICHTENPORTAL RHEIN-NECKAR