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Chemische Waffen: Rebellen in Ghouta bei Damaskus bekennen sich zu der humanitären Katastrophe vom 21. August

Wer steckt wirklich hinter dem Giftgasangriff?

Archiv-Artikel vom Freitag, den 06.09.2013

Von unserer Korrespondentin Birgit Cerha

Die Bemühungen um Rückendeckung des US-Kongresses und des Parlaments in Frankreich für einen Militärschlag gegen das Assad-Regime in Syrien laufen auf Hochtouren. Doch wer am 21. August das Giftgas in Ghouta bei Damaskus gegen Zivilisten, darunter viele Kinder, tatsächlich eingesetzt hat, bleibt ebenso unerwiesen wie die Zahl der Todesopfer: Die Amerikaner sprechen von 1429, darunter 426 Kindern, der britische Geheimdienst von mindestens 350 und die Franzosen von 281 Toten.

So verwerflich diese menschenverachtende Attacke auch ist, eine von US-Präsident Obama betriebene "Strafaktion" gegen Assad wird nicht nur die humanitäre Tragödie für Syriens Zivilbevölkerung weiter dramatisch verschärfen, sie könnte auch den Falschen treffen.

Eindeutige Beweise für die wahren Täter werden wohl kaum gefunden werden. Dennoch dominiert in der politischen Diskussion im Westen die Version, dass Assad "ohne Zweifel" für dieses Verbrechen verantwortlich sei.

Andere Informationen werden weitgehend verschwiegen. Einem Bericht von Dale Gavlak, Korrespondentin der US-Nachrichtenagentur AP, gebührt jedoch Beachtung. Er stützt sich auf Interviews mit mehr als einem Dutzend Ärzten und Bewohnern von Ghouta, Rebellen und deren Familien wenige Tage nach dem Giftgasangriff.

Nach Aussagen der befragten Rebellen seien diese von einem Saudi, der unter dem Decknamen Abu Ayesha ein Bataillon von Rebellen gegen Assad anführt, beauftragt worden, verschiedene Waffen, die die "Form von Rohren" und "riesigen Gasflaschen gehabt hätten, in Tunnels zu verwahren. Sie seien nicht informiert worden, worum es sich bei diesen Waffen gehandelt hätte, noch wie man sie einsetzen würde.

"Keine Ahnung gehabt"

"Wir hatten keine Ahnung, dass es sich hier um chemische Waffen handelte", sagte eine Kämpferin, die als Namen nur den Buchstaben "K" angab. Die Interviewten waren überzeugt, dass der Chef des saudischen Geheimdienstes, Prinz Bandar bin Sultan, diese - wie viele andere Waffenlieferungen zuvor - organisiert hatte und dass sie für die größte und effizienteste Jihadi-Gruppe, die mit Al-Kaida verbündete Al-Nusra-Front" bestimmt gewesen sei.

Einige gaben auch an, das Logo einer "saudischen Fabrik" auf den Flaschen und Röhren entdeckt zu haben. Ein Rebellenführer in Ghouta betonte: "Al Nusra kooperiert nicht mit anderen Gruppen. Sie behält Geheiminformationen für sich" und setze andere Rebellen höchstens als Träger oder für den Einsatz von Waffen nach ihrer Anordnung ein.

Unter den Interviewten war auch Abdel Moneim, dessen Sohn, wie zahlreiche andere Rebellen bei den Explosionen am 21. August ums Leben gekommen war. Er bestätigte, dass die Rebellen keine Ahnung von der Gefährlichkeit dieser Waffen gehabt hätten. Sie seien unsachgemäß mit ihnen umgegangen und hätten so die katastrophalen Explosionen ausgelöst. Die interviewten Rebellen gaben alle an, dass sie regelmäßigen Lohn aus Saudi-Arabien erhielten.

Es ist keineswegs das erste Mal, dass Rebellen wegen des Einsatzes von chemischen Waffen beschuldigt werden. Der russische Geheimdienst hat nach Aussagen von Präsident Putin Beweise, dass radikale Gegner Assads bereits im Februar 2013 chemische Waffen eingesetzt hätten.

Dale Gavlak ist eine seriöse Journalistin, die seit zwei Jahrzehnten aus dem Mittleren Osten für AP, das amerikanische "National Public Radio" und BBC berichtet. AP allerdings weigerte sich diesmal, ihren Beitrag zu veröffentlichen. Der Artikel erschien erstmals im unabhängigen, im amerikanischen Minnesota stationierten Internetportal "Mint Press".

Das syrische Regime weist energische jede Behauptung zurück, Giftgas gegen die eigene Bevölkerung einzusetzen und beschuldigte wiederholt radikale islamistische Rebellen im Dienste Saudi-Arabiens.

© Mannheimer Morgen, Freitag, 06.09.2013
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