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Kälte, Sonnenschein, Trockenheit - und das alles gleichzeitig und natürlich in Rekord-Ausmaßen: Der Januar 2006 macht's möglich. Seit 1957 gibt es keinen sonnigeren ersten Monat des Jahres, als ihn. Und seit Messung der Tage, an denen sich am Boden weißglitzernder Reif bildet, hat es einen Wert von 23 Tagen nur noch zwei mal gegeben. Auch ein Monatstemperaturmittel von 0,8 Grad Minus ist beachtlich: So kalt war es im Januar seit neun Jahren nicht mehr. Und eine Niederschlagssumme von 27,7 Liter pro Quadratmeter ist nicht mal 50 Prozent des Normalwertes, der bei 60 Liter liegt.
Zu eisig, zu sonnig, zu wenig Regen: So ging es dann auch munter im Februar weiter. "Der ist bislang um rund zwei Grad kälter als die Vergleichsmonate in den vorhergehenden Jahren", stellt Bernd Fischer fest. Der Dienststellenleiter der Station Vogelstang ermittelt im Auftrag des Deutschen Wetterdienstes die Werte für die Quadratestadt. Auch er fröstelt zuweilen: "Dieser Winter ist zäh. Der hat sich jetzt richtig festgesetzt."
Doch es ist bereits mildere Witterung in Sicht. Schon in der zweiten Wochenhälfte klettert die Quecksilbersäule in Mannheim und in der Region auf bis zu acht und zehn Grad. Eine eher ungewöhnliche Wetterlage? "Nein, gar nicht", konstatiert Bernd Fischer: "2004 und 2005 gab es Januartage mit Temperaturspitzen von 15 Grad." Im Februar hatte der Kurpfälzer letztes Jahr sogar Werte von 18 Grad gemessen.
Da lässt aber dann der Lenz schon kräftig grüßen. Doch der Experte warnt vor verfrühten Frühlingsgefühlen. Der Winter könnte sich durchaus nochmal mit Pauken und Trompeten - beziehungsweise weißer Pracht und Glatteis - zurückmelden. "Wir dürfen nicht vergessen, dass es nicht nur im Schwarzwald, sondern auch im Odenwald noch ziemlich viel Schnee gibt", räumt der Fachmann ein: "Beispielsweise in Beerfelden. Da liegt er heute noch 20 Zentimeter hoch."
Und wenn es jetzt plötzlich taut, besteht dann Hochwassergefahr für Neckar und Rhein? "Kaum", vermutet Bernd Fischer: "Unsere Niederwasserstände sind immer noch so extrem, dass die Flüsse so einiges aufnehmen können."
Auch gegen weniger frostige Zeiten ist ja generell nichts einzuwenden. Doch ein inzwischen lieb gewonnenes "Highlight" wird sich dann rar machen: Die strahlende Wintersonne. mai
Mannheimer Morgen
14. Februar 2006
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