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Von unserem Redaktionsmitglied Christine Maisch-Straub
Dick eingemummelte Gestalten, die unter einem bleigrauen Wolkenteppich bibbernd durch die Stadt huschen: Das Februarwetter war wahrlich dazu angetan, der größten Frohnatur die Stimmung zu verhageln. Nur an zwei Tagen ließ sich die leuchtende Himmelsscheibe länger als fünf Stunden blicken. So wenig Februar-Sonne hat es in Mannheim und der Region seit 34 Jahren nicht mehr gegeben.
Und die Zahl der trüben Tage - an denen durchweg mehr als 80 Prozent des Himmels bedeckt waren - schlägt alle Rekorde: 23 Stück zählten Hans Henkes und Bernd Fischer von der Station Vogelstang, die im Auftrag des Deutschen Wetterdienstes die Werte für die Quadratestadt festhalten. Solch ein hoher Wert wurde seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahre 1872 nur noch ein Mal ermittelt: Auch 1946 mussten die Meteorologen 23 trübe Februartage verzeichnen. Und so wenig Tage, an denen sich die Sonne länger als nur für einen Kurzbesuch blicken lässt, gab es in den vergangenen fünf Jahrzehnten nur noch im Jahre 1949. Allein letztes Jahr fiel im Februar zwar fast die dreifache Regenmenge, aber die Sonne schien auch fast 30 Stunden mehr.
Eine wirklich trübe Bilanz. "Das hat man den Leuten auch deutlich angemerkt", konnte Hans Henkes beobachten: "Schließlich hängen uns ja jetzt schon die ganzen ungemütlichen Monate seit November im Kreuz." Immerhin liegt der kälteste Winter seit 1997 hinter uns: "Da lechzen alle nach Licht und Wärme." Das geht dem Meteorologen kein bisschen anders: "Im Februar ist irgendwie die Luft raus. Da will man nur noch, dass es endlich Frühling wird."
Wer jedoch jetzt schon von lauen Lüftchen träumt, den muss der Fachmann eiskalt auf den Boden der Tatsachen zurückholen. Der Winter will sich immer noch nicht geschlagen geben, und die Luftmassen werden weiter instabil bleiben. Da wird's richtig "schaurig". Das heißt, am Wochenende fegt eine niederschlagsreiche Kaltfront über die Region hinweg. Schneetreiben, Regen, Windböen und Frösteltemperaturen zwischen plus 4 Grad am Tag und minus 4 Grad in der Nacht lassen Lenz-Gefühle in weite Ferne rücken. "Man ist ja schon froh, wenn es nicht gar zu garstig wird, damit man wenigsten mal spazieren gehen kann", findet der Wettermann. Folgen nun der trüben Vormonats-Bilanz trübe März-Aussichten? Da hält sich der Mann vom Beobachtungsposten Vogelstang vorerst noch ähnlich bedeckt wie der Februar 2006. Momentan könne er nur sagen, dass uns die Kaltluft kommende Woche noch erhalten bleibt. Samt Schnee? "Wäre möglich", räumt er ein - und schimpft dann doch noch ein bisschen: "Aber man will es ja jetzt langsam wirklich nimmer sehen."
Mannheimer Morgen
03. März 2006
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