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Das Mannheimer Wetter im April 2006

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Frühling zwischen Bibbern und Schweißtupfen

DAS WETTER DES MONATS: April mit Kälte- und Wärmerekord / Trockener Mai macht Allergikern und Landwirten zu schaffen

Von unserem Redaktionsmitglied Christine Maisch-Straub

Schmerzlich haben wir sie nach diesem langen Winter herbeigesehnt: die lauen Frühlingstemperaturen. Und der April hat ja nach einem eisigen Start noch einen ganz schön warmen Endspurt hingelegt. Doch das "Glitzerwetter" mit der strahlenden Fülle an Sonnenschein hat leider auch Schattenseiten. Allergiker und die Natur lechzen nach einem ausgiebigen Landregen-Tag. Doch die Aussichten stehen nicht besonders günstig: Allein am Samstag könnten ein paar Tropfen fallen.

Bei Hans Henkes, der im Auftrag des Deutschen Wetterdienstes die Mannheimer Werte ermittelt, klingelt zur Zeit mehrfach am Tag das Telefon. Am anderen Ende der Leitung sitzen meist Menschen, denen der extreme Pollenflug mächtig zusetzt: "Allergiker wünschen sich momentan nichts sehnlicher als einen ausgiebigen Regenguss, der alles aus der Luft rauswäscht und am Boden bindet." Klar, des einen Freud ist eben oft auch des anderen Leid. Für Fahrradtouren, Wanderungen und - gut eingemummelt - auch für Grillfeten ist die Witterung bei bis zu 25 Grad am Tag und nicht unter zehn in der Nacht nahezu ideal. Doch auch die Landwirte klagen: "Selbst wenn es am Samstag ein paar Schauer gibt, das ist dann wirklich nur der berühmte Tropfen auf den heißen Stein", versichert der Experte vom Beobachtungs-Posten am Köthener Weg.

Schließlich waren schon die Vorjahre seit dem Jahrhundertsommer 2003 im Schnitt zu trocken. Und auch die Niederschlagssumme der ersten vier Monate dieses Jahres fiel eher bescheiden aus. Mit 43,7 Litern liegt der April 2006 deutlich hinter dem Vorjahresergebnis (71,2 Liter). Launisch war er allemal: Am 6. April sackte die Quecksilbersäule auf 2,1 Minusgrade ab. Das wurde zuletzt vor 77 Jahren getoppt, als die Experten am 6. April 1929 minus 4,5 Grad notierten. Immerhin 2,6 Bibbergrade kann das Jahr 1911 an diesem gleichen Tag bieten. Übrigens: Seit 1868 messen Meteorologen die Werte für die Quadratestadt, also seit fast 150 Jahren. Und wann war der absolut kälteste April-Tag? "Das ist noch gar nicht so sehr lange her", versichert der Mann von der Wetterwarte Vogelstang: "Am 13. des Jahres 1986 zeichneten wir hier minus 6,4 Grad auf."

Doch in puncto Wärme hat sich der launische Monat ja dann doch noch freundlich verabschiedet. Und wie geht es im Wonnemonat Mai weiter? Den (pollen)-erlösenden und landwirtfreundlichen Guss erwartet Hans Henkes für Mannheim erst zum Dienstag hin. Bis dahin gelte der viel belächelte Ausdruck vom "strichweisen" Regen: "Selbst wenn es am Wochenende in Käfertal regnet, kann es schon in Neckarau völlig trocken bleiben - oder umgekehrt."

Mannheimer Morgen
12. Mai 2006

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