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Von unserem Redaktionsmitglied Christine Maisch-Straub
Er hat es ganz schön in sich, dieser Juli, der von Belgien bis Schweden vielerorts in Europa als heißester Monat in die Geschichte eingeht. Und das hat es auch in der Quadratestadt noch nie gegeben, nicht seit Beginn der meteorologischen Aufzeichnungen - und der liegt immerhin schon 138 Jahre zurück: Das Temperaturmittel des Julis 2006 ist mit 24,4 Grad das höchste, das jemals in Mannheim gemessen wurde. Selbst der August des Super-Sommers 2003 hinkt diesem Spitzenwert nur kläglich hinterher. Und zwar mit einem vergleichsweise erbärmlichen Wert von 24,1 Grad.
"Aber das war noch längst nicht alles", verspricht Bernd Fischer, der mit seinem Team im Auftrag des Deutschen Wetterdienstes auf der Vogelstang die Messergebnisse für Mannheim festhält. Denn dieser Monat hat noch mehr Sensationen zu bieten. Und nicht nur heiße, sondern auch nasse. Mit 13 Gewittertagen ist der Juli der blitz- und donnerreichste Sommermonat, den die Menschen in der Rhein-Neckar-Metropole seit 1869 erlebt haben. Allerdings dicht gefolgt von den Jahren 2000 und 1955. Damals brachen im Juli immerhin zwölf Unwetter über die Region herein.
Doch zurück zu 2006: Warum bleiben uns dann die vergangenen Wochen im Rückblick trotzdem einfach nur als schrecklich heiß in Erinnerung? "Weil die se kurzen Platscher nicht für Abkühlung sorgen. Gerade in der Innenstadt wird es danach nur noch schwüler, die Wärme lässt die Niederschläge sofort wieder verdunsten", weiß der Wettermann.
Apropos Temperaturen in schwindelnder Höhe: Auch ein Juli mit 18 so genannten Tropentagen, an denen die Meteorologen Spitzen von 30 Grad und mehr messen, ist eine Sensation. So viele glutheiße Tage hat es in der Quadratestadt seit Aufzeichnung der Daten noch nicht gegeben. Sogar der Juli 2003 brachte es lediglich auf sieben Tropentage, und 2005 kletterte die Quecksilbersäule im gleichen Zeitraum neun mal über die 30-Grad-Marke.
Doch die vergangenen 30 Tage überstrahlen alles je Dagewesene auch in der Kategorie "Sommertage": Die Experten von der Vogelstang zählten 30 Tage, an denen das Thermometer nie weniger als 25 Grad anzeigte. In der Monatsbilanz fehlt nur der 7. Juli, der auf 24,2 Grad abkühlte. Bislang waren der Juli 1959 und 1983 mit einem Gesamtresultat von 26 die Rekordhalter.
Jetzt ist jedenfalls erst mal eine kurze Hitze-Pause angesagt. Und die schweißtreibenden Hundstage? "Die fallen erst mal aus", versichert Bernd Fischer. Und fügt mit Blick auf die kommende Woche schnell hinzu: "Mit Betonung auf erst mal." Lassen wir uns überraschen.
Mannheimer Morgen
02. August 2006
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