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Von unserem Redaktionsmitglied Christine Maisch-Straub
Nun, zugegeben, als Hochsommermonat war er ein glatter Reinfall: Der August 2006 ging als regenreichster seiner Art, der jemals in der Quadratestadt gemessen wurde (wir berichteten), so richtig baden. Doch dass er sich in puncto Wärme ausgerechnet von einem Herbstmonat in den Schatten stellen lassen muss, ist schon beschämend. Und das hat es auch in Mannheim seit Beginn der amtlichen Messungen im Jahre 1868 nun zum ersten Mal gegeben. Mit einer Durchschnittstemperatur von 18,4 Grad war der September um 1,4 Grad wärmer als sein Vormonat. Immerhin gleich zogen die beiden zuletzt 1961 mit 18,3 Grad.
Dabei sind die vergangenen vier Wochen aus meteorologischer Sicht völlig unspektakulär und nicht mal außergewöhnlich mild. Schließlich gab es gerade mal vor sieben Jahren einen Namensvetter, der es sogar auf ein Mittel von 19,4 Grad brachte. "An Rekordtemperaturen und Spitzenwerten ist da nichts zu holen", bestätigt Hans Henkes, der im Auftrag des Deutschen Wetterdienstes mit seinem Team die Daten für Mannheim ermittelt: "Doch der grasse Kontrast zwischen dem garstigen August zu diesem schönen und milden September, der macht eben den Reiz aus." Und so überflügelte der Herbstmonat seinen nassen Vorläufer auch in der "Kategorie" Sonnenscheindauer. Mit 210,1 Stunden schien der gleißend helle Stern über unserer Stadt im September fast doppelt so oft, wie im August, als er sich lediglich 138,4 Stunden blicken ließ.
Aber mit Auf und Abs waren wir ja dieses Jahr schon reichlich gesegnet. Auf einen Juni mit Fröstelwetter folgte der heißeste Juli, unter dem die Menschen in der Rhein-Neckar-Metropole in den letzten 200 Jahren gestöhnt haben. Im August sackten die Temperaturen dann wieder in den Keller ab, während sich der September von seiner Sonnenseite präsentierte. Heißt das etwa, dass der Oktober dieser Gesetzmäßigkeit folgend, ungemütlich wird? "Keine Angst", gibt sich der Experte optimistisch. Schauer- und Kaltfronten können uns bei 15 Grad am Wochenende nur noch am Samstagmorgen und frühen Nachmittag schrecken: "Dauerregen ist nicht in Sicht", dafür schon ab Sonntag Sonne und steigende Temperaturen. Und wenn die Quecksilbersäule ganz dicht an die 20-Grad-Markierung heranrückt, dann dürfen tagsüber sogar nochmal die leichten Sommersachen Luft schnappen.
Mannheimer Morgen
07. Oktober 2006
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