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Das Mannheimer Wetter im November 2006

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Laue Lüftchen stehlen wallendem Nebel die Schau

DAS WETTER DES MONATS: Milder November trägt zum wärmsten Herbst seit den amtlichen Messungen von 1868 bei

Von unserem Redaktionsmitglied Waltraud Kirsch-Mayer

Der November hat es dem Oktober nachgemacht und uns beinahe frühlingshafte Temperaturen beschert. Und so kommt es, dass wir seit anno 1868 - damals begannen die amtlich dokumentierten Wettermessungen - den mildesten Herbst hatten.

In den Monaten September, Oktober und November lag die mittlere Temperatur bei milden 13,4 Grad. Zum Vergleich: Beim kältesten Herbst innerhalb der zurückliegenden 50 Jahre erreichte der Mittelwert gerade mal 8,3 Grad. Zurück zum Windmond, wie der elfte Monat gern in alten Bauernkalendern genannt wird. Da kletterte die Quecksilbersäule am 15. sogar auf 17,4 Grad, und die Sonne schien an diesem November-Frühlingstag 7,2 Stunden. Allerdings bedeutet im ausklingenden Jahr Sonnenschein nicht unbedingt Wärme - wie das in Sommermonaten der Fall ist. Hans Henkes von der Wetterwarte Mannheim weist daraufhin: Am 10. November schien die Sonne sogar 7,5 Stunden, und dennoch blieb die Quecksilbersäule unter zehn Grad und rutschte nachts sogar in den Frostbereich. Und auch der Vergleich mit dem Vorjahr zeigt, dass ein laues Lüftchen und Sonne nur bedingt zusammen gehören. Im November 2005 lachte es satte 77,5 Stunden vom Himmel, und dennoch lag das Temperaturmittel bei 5,3 Grad. Hingegen zeigte sich die Sonne im zurückliegenden Monat 18 Stunden weniger, aber gleichwohl erreichte die durchschnittliche Temperatur 8,3 Grad. Dementsprechend war war es an eher trüben Tagen besonders mild.

Blätter fallen, Nebel wallen - das traf in dem für "dicke Suppen" bekannten Monat nur an fünf Tagen zu. Von wegen November mit weißem Bart. Es fiel keine einzige Schneeflocke, und es gab auch keine Eistage. Nur in fünf Nächten sanken die Temperaturen unter Null. Selbst der Regen gab sich dezent: Weder prasselten große Gewitter nieder, noch nervte tagelanger Landregen. Ein Kälteeinbruch könne aber schnell kommen, meint Wetterexperte Henkes. Allerdings gebe es für die nächsten Tage dafür keine Anzeichen. Und weil metereologische Voraussagen jenseits von sieben Tagen kaum verlässlich seien, will er sich zu der Frage "weiße oder grüne Weihnacht?" lieber nicht äußern.

Mannheimer Morgen
08. Dezember 2006

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