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Von unserem Redaktionsmitglied Waltraud Kirsch-Mayer
Es war ein Jahr der Extremwerte und Wechselbäder. Angesichts von Höhen (beispielsweise in den Rekord-Hitzemonaten Juni und Juli) und Tiefen (als uns der regenreiche August die kalte Schulter zeigte) hielt sich der Dezember mit Kapriolen vornehm zurück. Allerdings tanzte auch der Schlussmonat aus der Reihe - er hat nämlich das außergewöhnlich warme Spätjahr fortgesetzt, wie Bernd Fischer von der Wetterwarte Vogelstand erläutert.
Mit knapp fünf Grad Durchschnittstemperatur gab sich der Dezember eher mild als rau - gleichwohl stellte sich in 23 Nächten Bodenfrost ein. Von wegen leise rieselt der Schnee. Weihnachten präsentierte sich grün, und zum Jahreswechsel war Schmuddelwetter angesagt. Heiligabend 2005 war Schnee zwar ebenfalls Fehlanzeige gewesen, aber damals kamen am zweiten Weihnachtsfeiertag wenigstens Flocken vom Himmel. Zum Rodeln reichte es allerdings nicht. Eine richtige Schneedecke gab es im letzten Vierteljahrhundert ohnehin nur 1996 und 1981, als sich die weiße Pracht über zehn Zentimeter hoch türmte.
Das zurückliegende Jahr hat nicht nur Hitzerekorde beschert - es schickte auch mächtig Donner und Blitz: An 41 Tagen ließ es Petrus krachen und prasseln, andere Jahre begnügten sich mit halb so vielen Gewittertagen. Allerdings tat sich in jüngster Vergangenheit 1994 mit 42 Gewittertagen ebenfalls lautstark hervor. Der zurückliegende Dezember verhielt sich freilich sanft - nicht ein einziges Donnergrollen.
Der Klimawandel sorgt weltweit für Schlagzeilen. Dass das Wetter macht, was es will und das nicht nur im April, bezeugen überlieferte Bauernregeln: "Dezember warm, dass Gott erbarm" oder "Bleibt im Dezember der Winter fern, so nachwintert es gern", reimten schon unsere Altvorderen. Gleichwohl stimmt nachdenklich: Bereits im zehnten Jahr in Folge liegt die mittlere Jahrestemperatur über den früher üblichen Werten: 11,5 Prozent betrug 2006 in Mannheim der Mittelwert. Extrem mild hat auch das neue Jahr begonnen - mit lauen, fast vorfrühlingshaften 13,2 Grad am 1. Januar. "Das war der wärmste Jahresauftakt seit 1823", kommentiert Bernd Fischer. Bleibt abzuwarten, was Petrus im Laufe des Monats, der früher auch Schneemond genannt wurde, noch alles vor hat. Jedenfalls behauptet der Volksmund: "Anfang und Ende vom Januar zeigt das Wetter an fürs ganze Jahr."
Mannheimer Morgen
05. Januar 2007
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