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Von unserem Redaktionsmitglied Christine Maisch-Straub
Kurz-Infos zum Luftdruck und historischen Daten geben Experten unter der Telefonnummer: 0621/70 27 821.
Über uns dicke Wolkenpakete aus denen es wechselweise nieselt oder regnet. Vor uns ein Thermometer, das Fröstel-Werte anzeigt, aber jegliche Hoffnung auf strahlend weiße Flöckchen dahinschmelzen lässt: So langsam schlägt es uns auf's Gemüt, das Schmuddelwetter zum Jahres-Start. Und tatsächlich: Der Januar 2007 ist der wärmste "Jänner", der in Mannheim jemals gemessen wurde. Und mit einer Durchschnittstemperatur von 6,3 liegt er 5,1 Grad über dem langjährigen Mittel. Bisher war der Januar 1916 mit 6,0 Grad Spitzenreiter.
Amüsiert folgt sein Blick dem Zick-Zack-Kurs der Grafik: "In puncto Temperatur sind alle Werte Extreme", resümiert Hans Henkes, der mit seinen Kollegen im Auftrag des Deutschen Wetterdienstes in der Station Vogelstang arbeitet. "Das Auf und Nieder ist schon enorm." Er denkt dabei beispielsweise an den 19., als uns Orkantief "Kyrill" mit 16,4 Grad den mildesten Januartag seit 1877 bescherte. Damals kletterte die Quecksilbersäule auf frühsommerliche 18,3 Grad. Doch zurück zu den Rekorden und zum 19. diesen Jahres: Innerhalb von vier Tagen sanken die Temperaturen um 20 Grad auf Werte von Minus eins. Das lässt auch den Meteorologen nicht ganz kalt: "Solch ein Umschwung bringt selbst den stabilsten Kreislauf durcheinander."
Doch damit nicht genug: Der Februar hat es bislang im Schnitt auch nicht unter die 4,8 Grad-Marke geschafft. "Das passt eher zum März", versichert Hans Henkes. Und ein echter Kälteeinbruch ist vorerst noch nicht in Sicht. Damit hätte 2007 - nach Ansicht des Wetterbeobachters vom Köthener Weg - schon jetzt durchaus das Zeug zum Wärmerekord: "Wenn das Jahr so milde startet, dann liegt es meist auch insgesamt deutlich über dem Mittel." Doch warten wir's erst mal ab. Klar, so richtig Lust auf eine eisglitzernde Prachtdecke hat jetzt fast niemand mehr. "Das stimmt, aber 2006 gab es auch erst im März richtigen Schnee", gibt der Experte zu bedenken.
Und wie geht es weiter? Zunächst sind die Aussichten noch reichlich trüb: "Jede Menge Niederschläge", lautet die niederschmetternde Prognose. Aber bereits am Wochenende zeigt sich in Form eines Hochs ein Hoffnungsschimmer am Horizont. "Wetterberuhigung" nennt Hans Henkes, was uns zwar am Freitag- und Samstagmorgen noch in Nebel hüllt, aber bereits am Nachmittag Sonne verheißen könnte. Und richtig bibbern muss auch niemand: Tagsüber wärmen immerhin zehn Grad die klammen Finger.
Mannheimer Morgen
14. Februar 2007
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