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Von unserem Redaktionsmitglied Christine Maisch-Straub
Kurz-Infos zum Luftdruck und zu historischen Daten geben die Experten vom Köthener Weg auf der Vogelstang unter der Telefonnummer: 0621/70 27 821.
Nein, besonders auffällig sind die Mai-Werte nicht. Vielleicht ein bisschen viel Regen, aber der war ja schließlich wärmstens herbeigesehnt. Und das Thema Temperatur führt uns auch schon direkt auf die heiße Spur zum eigentlichen Rekord: Schließlich ist der Wonnemonat Teil des mildesten Frühjahrs, das die Mannheimer - seit der ersten amtlichen Messung vor mehr als 130 Jahren - jemals erlebt haben.
Eine wahrlich heiße Sensation, die Hans Henkes mit Zahlen belegen kann. Im Auftrag des Deutschen Wetterdienstes zeichnen er und sein Team auf der Vogelstang die Daten für die Quadratestadt auf. In den ersten drei Monaten des Jahres ergibt sich ein Temperaturmittel von 12,9 Grad. Das liegt immerhin 0,3 Grad über dem bisherigen Rekordhalter, dem Frühjahr 1945 mit 12,6 Grad.
21 so genannte Sommertage, an denen die Quecksilbersäule einmal am Tag über 25 Grad klettern muss, und drei heiße Tage, an denen sogar die 30-Grad-Marke erreicht wurde, gaben einen Vorgeschmack auf schweißtreibende Zeiten. Und stellen sogar die eine oder andere Sommerbilanz eiskalt in den Schatten. So brachten es beispielsweise der Juni, Juli und August des Jahres 1956 nur auf schlappe 14 Sommer- und drei heiße Tage. Für 1913 stehen in der Tabelle 16 Sommer- und null heiße Tage.
Allein in puncto Sonnenschein hinkt der Lenz 2007 mit 701 Stunden etwas hinter dem Rekordhalter her. Der kann nämlich 1953 knapp 740 Stunden aufweisen. Und trotz seines staubtrockenen Auftakts konnte dieses Frühjahr mit fast 170 Litern pro Quadratmeter - das entspricht 98 Prozent der durchschnittlichen Regenspende - noch mächtig aufholen.
Daran ist der Mai nicht ganz unschuldig. Mit seinen rund 100 Litern erfüllt der Wonnemonat in diesem Jahr 131 Prozent des zu erwartenden Normalwertes.
Wie auch immer: Hinter uns liegen mit dem Herbst und Winter 2006 sowie dem Frühjahr 2007 die wärmsten Jahreszeiten, die jemals in unserer Region gemessen wurden. Für Hans Henkes ist das fast keine Sensation mehr: "Langsam gewöhnt man sich schon daran", behauptet er lachend: "Die Extremwerte wandeln sich allmählich zu Normalwerten. Mal sehen, wann die Weltorganisation für Meteorologie die langjährigen Mittelwerte nach oben hin korrigiert." Nun, das meine er nicht so ganz ernst. Doch, Hand aufs Herz: Wenn die Rekord-Serie so weiter läuft, steht uns dann in Mannheim auch der heißeste Sommer seit Menschengedenken bevor? "Bloß nicht", wehrt der Experte vom Köthener Weg ab: "Auf die Schlagzeile kann ich gerne verzichten." Die schwülwarme Luft der vergangenen Wochen reiche ihm völlig aus: "Viel heißer muss es von mir aus nicht werden." Seine Prognose für die kommenden Tage: Weiterhin schweißtreibende 25 bis 30 Grad und so manches Gewitter: Von einer eventuellen Abkühlung fehlt bislang jede Spur."
Mannheimer Morgen
11. Juni 2007
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