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Von unserem Redaktionsmitglied Christine Maisch-Straub
Von wegen Indian Summer: Da der Oktober 2007 um 3,5 Grad kälter war als sein Namensvetter aus dem Vorjahr warfen auch die Bäume zwei Wochen früher ihre Blätter ab. Eine sogenannte phänomologische Beobachtung, die "Wetterfrosch" Bernd Fischer von der Warte Vogelstang nur bestätigen kann: "Ein Temperaturmittel von 10 statt 13,5 Grad, das hat sowohl die Gelb- und Rotfärbung als auch den Laubfall ordentlich vorangetrieben."
Damit setzt der Oktober nach August und September die Folge der Monate fort, die eher zu kühl als zu warm sind. Selbst den verheißungsvollen Auftakt mit einer Spitze von 22,3 Grad schätzt der Meteorologie-Experte - der mit seinem Team im Auftrags des Deutschen Wetterdienstes im Köthener Weg die Daten für Mannheim aufzeichnet - als "nicht gerade üppig" ein. Schließlich könne er sich noch gut an Oktober-Extreme von 28,5 Grad erinnern: "Das muss Mitte der 80er gewesen sein."
Doch auch an Negativ-Rekorden hat der zweite Herbsmonat nicht besonders viel zu bieten. Nun gut, mit einer recht mageren Niederschlagssumme von 13,3 Litern pro Quadratmeter hinkt er seinem Vorgänger aus dem vergangenen Jahr (91,6) um satte 78,3 Liter hinterher. Den Fachmann wundert's kaum: "Das war halt auch ein besonders nasser Oktober." Und auch ein Minuswert von 1,3 Grad lässt Bernd Fischer völlig kalt: "In den vergangenen Jahren gab's immer mal wieder Werte von bis zu Minus fünf Grad."
Na, dann können wir uns ja getrost den heiteren Seiten des Oktobers 2007 zuwenden. Mit einer Sonnenscheindauer von insgesamt immerhin 140,5 Stunden hat er 127 Prozent der zu erwartenden Summe des langjährigen Mittels erreicht. Das wurde von 1961 bis 1990 gemessen und liegt bei 111 Stunden.
Und wie geht's weiter? "Mit Suddelwetter und eher winterlichen Temperaturen", lässt Bernd Fischer alle Hoffnungen auf kuschligere Witterung fahren: "Die Spätherbst-Tage sind endgültig vorbei." Vielmehr sollten Topfblumenfreunde nicht nur für ihre Zitruspflanzen, sondern auch für die robusteren Oliven und Oleander ein relativ helles und kühles Plätzchen im Keller oder Hausflur freiräumen: "Die Kübel müssen rein. Denn wenn es jetzt mal aufklart, dann rutscht die Quecksilbersäule schnell auf Werte bis zu fünf Grad unter Null." Und darauf reagieren nicht nur die menschlichen, sondern auch die grünen zarten Pflänzchen ganz schön verschnupft.
Mannheimer Morgen
14. November 2007
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