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Von unserem Redaktionsmitglied Christine Maisch-Straub
Er ist zwar immerhin mehr als ein Grad kälter als sein Namensvetter aus dem Vor-Jahr, dennoch liegt er mit einem Durchschnittswert von fünf Grad weit über dem Monatsmittel von 1,2: Keine Frage, der Januar 2008 ist auffällig mild. Und kann sogar mit einem Rekord aufwarten: Am 19. Januar sank die Quecksilbersäule erstmals seit 87 Jahren auch nach Sonnenuntergang nie unter die 10,2 Grad-Marke.
Solch eine wenig winterliche Nacht hat es im Januar in der Quadratestadt seit Beginn der Messung vor mehr als 100 Jahren lediglich noch ein Mal gegeben - und zwar 1921, als die Menschen in unserer Stadt einen ebenso lauen Jahres-Auftakt erlebten.
Wie kommt es zu diesem Wärme-Extrem? "Es wehte in jener Nacht ein mildes Windchen von Südwesten. Durch die Reibung kamen die Luftmassen nicht zum Stehen und konnten sich erwärmen", erklärt Bernd Fischer, der mit seinem Team im Auftrag des Deutschen Wetterdienstes auf der Vogelstang die Werte für Mannheim und unsere Region aufzeichnet: "Gleichzeitig wirkte eine dichte Wolkendecke wie ein Schutzschirm, der verhinderte, dass die milde Luft ausstrahlen konnte."
Der Thermostat der Beobachtungsstation am Köthener Weg ist für solch eine Messung fünf Zentimeter über der Erde installiert. "In Bodennähe kann es dann schon wieder ganz anders aussehen", versichert der Experte. Deshalb seine Warnung an alle Autofahrer: Auch wenn die Temperaturen über Null liegen - auf Wegen und Straßen kann es trotzdem frostig und glatt zugehen. Was natürlich auch für die Landwirte in puncto Jungpflanzen ein wichtiges Thema ist.
Vorerst wird es sie jedoch bestimmt nicht eiskalt erwischen: bei Regen und Temperaturen bis zu zehn oder 13 Grad dürfen Handschuhe, Schal und dicke Mützen zunächst mal im Garderobenschrank bleiben.
Zumindest bis Freitag. Dann hat eine herannahende Hochdruckfront nicht nur winterliche Strömungen im Gepäck, sondern auch sonnige Wochenend-Aussichten: "Es bleibt trocken", verspricht der Mann vom Beobachtungsposten im Osten der Stadt: "Nächtliche Fröste sind dann schon mal möglich."
Regen kommt am Samstag und Sonntag eher ein Nebenpart zu. Und das strahlende Tagesgestirn? Welche Rolle wird es nach Einschätzung der Meteorologen spielen? Hoffentlich eine tragende. Jedenfalls eine durchaus erfreuliche, denn der Wettergott räumt dem gleißenden Himmelskörper jede Menge große und glanzvolle Auftritte ein.
Mannheimer Morgen
06. Februar 2008
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