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Von unserem Redaktionsmitglied Roger Scholl
Erinnern Sie sich noch? Sommer 2007? War das nicht im April? Richtig: Fast 338 Sonnenstunden, kein Juni, kein Juli und kein August hatte im Vorjahr mehr zu bieten, ja und 14,4 Grad im Schnitt bei nur 0,7 Millimeter Regen - absolute Rekordwerte. Sein aktueller Namensvetter, der 2008-er April bleibt dahinter weit zurück: "Normal bis kühl" nennt ihn Bernd Fischer von der Wetterstation auf der Vogelstang. Und der muss es wissen, schließlich führen Fischer und seine Kollegen ganz genau Buch über Bodenfrosttage und Gewitter, über Wind und Nebel und Niederschlagsmengen.
Genau da - beim Regen - hatten Fischer und das Vogelstang-Team im Vormonat mehr als genug zu messen: "72 Millimeter, ein richtig feuchter April", bilanziert der Experte trocken einen Monat, der sein Plansoll zu 140 Prozent erfüllt hat. Nur an vier Tagen mussten die Mannheimer keinen Schirm aufspannen - krasser könnte der Gegensatz zu 2007 gar nicht sein: "Damals hatten wir bloß drei Tage mal ein bisschen Nass". Der "Sommer-April" vor einem Jahr brach nicht nur alle Trockenheit- und Temperatur-Rekorde, auch die Sonnenschein-Summe gehört ins Mannheimer Wetter-Guiness-Buch: Fast 338 Stunden, im Vergleich dazu fröstelt einem schon allein beim Blick auf die Vormonats-Statistiken - Fischer: "Gerade mal 120 Stunden, damit schafft es der April nur auf knapp über 70 Prozent des langjährigen Mittelwerts".
Nass und mit 9,6 Grad im Schnitt eher kühl - das waren dann auch schon die beiden hervorstechendsten Charakteristika dieses Monats, ansonsten hatte er kaum Außergewöhnliches zu bieten. Die Windspitze maßen die Meteorologen mit 53 Stundenkilometern, durchschnittlich für einen April. An fünf Tagen mussten die Hobbygärtner noch um ihre Pflanzen bangen, denn der Frost hatte sich im Boden festgebissen, an zwei Abenden durchzuckten Blitze den Himmel über der Stadt, zwei Mal zogen morgens die Nebel vom Wasser herauf. Richtig angenehmes Biergarten- und Balkon-Wetter hatten uns der 26., der 28. und der 30. April zu bieten, hier zeigte das Thermometer über 20 Grad. In Erinnerung behalten werden wir vom April 2007 vermutlich weder dies, noch die 120 Gesamt-Sonnenstunden. Eher das nasskalte "Sauwetter", an dem wir uns volle vier Wochen lang die Frühlingsgefühle verkühlten.
Mannheimer Morgen
09. Mai 2008
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