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Das Mannheimer Wetter im Mai 2008

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Das Wetter des Monats: Mildester und trockenster Mai der Nachkriegszeit / Keine Änderung in Sicht - schwüles Wochenende

Wonnemonat mit Wärmerekord

Von unserem Redaktionsmitglied Christine Maisch-Straub

Der April ist ja nun für sein zickiges und launenhaftes Naturell hinlänglich bekannt. Doch der Mai steht ihm in den vergangenen beiden Jahren kaum nach. Während uns der April dieses Jahr eiskalt bibbern ließ, bescherte uns sein Namensvetter 2007 wunderschöne und ausgesprochen sonnige Wochen. Dafür gab sich der Wonnemonat 2007 kühl und unfreundlich. Ganz im Gegensatz zum Mai 2008, der mit extremer Trockenheit und Temperaturspitzen für eine kleine Sensation sorgte.

Mit einem Durchschnittswert von 17,8 ist der 2008er der wärmste Mai seit 1931. Der schaffte es übrigens damals nur ein Strichlein höher auf 17,9 Grad. Und dieses hohe Niveau setzte sich dieses Jahr auch in den Nächten fort, die manchmal so gar nicht abkühlen wollten: Gerade mal auf 18,9 sank die Quecksilbersäule am 28. des Frühlingsmonats.

Dürstende Tier- und Pflanzenwelt

Das hätte fast zur "Tropennacht" gereicht, die sich ab 20 Grad so nennen darf. Sommertage mit 25 Grad und mehr gab's immerhin 14 - ein Ergebnis, das in den vergangenen 50 Jahren nur der Mai 1989 mit 16 und der "Kollege" 2001 mit 15 Tagen toppten.

Auch die Niederschlagssumme von 14 Liter pro Quadratmeter liegt nicht nur mehr als 80 unter dem Vorjahreswert, sondern ist auch rekordverdächtig. Immerhin liegt es 72 Jahre zurück, dass der Mai 1936 mit nur 8,6 Litern Tiere und Pflanzen dürsten ließ. "2007 war der April zu trocken und der Mai zu nass. Dieses Jahr war es genau umgekehrt" fasst Bernd Fischer zusammen, der mit seinem Team im Auftrag des Deutschen Wetterdienstes von der Vogelstang aus die Mannheimer Werte aufzeichnet.

Und wie geht es zum Wochenende hin weiter? "Mit einem zweigeteilten Deutschland", versichert der Wetter-Experte - und nimmt damit keineswegs eine politische, sondern geografische Einteilung vor: "Im Nordosten bleibt's weiterhin trocken, bei uns schwülwarm und gewittrig." Schließlich könne ja nicht immer die Sonne scheinen: "Für die Natur ist der Regen ein Segen." Und er habe ja schon lange genug auf sich warten lassen. Denn die alte Bauernregel "Ist der Mai kühl und nass, füllt's dem Bauern Scheun' und Fass" habe durchaus auch heute noch ihre Berechtigung.

Aber so richtiges Baggersee- oder Schwimmbad-Wetter wird es wohl nicht geben? Nun, immerhin hat der Fachmann vom Köthener Weg ein paar Prognosen parat: "Wenn sich Blitz und Donner gelegt haben und die Sonne mal raus kommt, dann puscht sie das Thermometer schnell wieder auf 25 Grad hoch." Wirklich ganz schön heiße Aussichten.

Mannheimer Morgen
05. Juni 2008

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