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Von unserem Redaktionsmitglied Christine Maisch-Straub
Zwar kommt uns der Sommer bislang ziemlich nass vor. Und wir haben den Eindruck, dass die Temperaturen nach dem Regen nicht etwa angenehm, sondern gleich wieder viel zu tropisch heiß in die Höhe schnellen. Doch die Wetterfrösche sind sich einig: Der Juli war durchschnittlich warm und sogar ziemlich trocken und sonnig. Das ergeben zumindest die Daten von Bernd Fischer, der mit seinem Team in der Beobachtungsstation Vogelstang die Werte für Mannheim und die Region aufzeichnet.
"Der Juli war besser als sein Ruf", davon ist der meteorologische Experte überzeugt. Schließlich kletterte die Quecksilbersäule mit 20,2 im Schnitt sogar ein Grad höher als im Vorjahr. Und ohne den großen Regen vom 26. Juli hätte er nur die Hälfte der Niederschlagssumme seines Namensvetters von 2007 zusammenbekommen. Selbst die Sonnenstunden können sich dabei sehen lassen: Mit einem Wert von 207,3 erreichte der Juli 88 Prozent des zu erwartenden Solls.
Und warum macht sich dann bei uns das Gefühl breit, dass der Sommer alles andere, als märchenhaft ist? "Weil wir immer noch von 2003 und 2006 träumen und daher verwöhnt sind", vermutet der Wettermann Bernd Fischer. Aber nur sechs komplett regenfreie Tage in vier Wochen? Das ist doch wenig. "Eigentlich nicht", weiß der Fachmann vom Köthener Weg: "Das gleiche Ergebnis hatten wir auch 2007." Getoppt wurde es nur von den Jahren 2000 und 1965 mit jeweils drei trockenen Tagen. "Alles andere wäre auch ein Desaster für die Landwirtschaft." Die Bauern seien jedenfalls zufrieden: "Die Ernte der Wintergetreidesorten und des Rapses ist offenbar wirklich gut ausgefallen. Und gehagelt hat es hier auch kaum."
Die Betonung liegt dabei jedoch auf dem Wörtchen "kaum". Denn am bereits erwähnten 26. Juli fiel auch über dem Norden unserer Stadt und über Viernheim heftiger Regen - mit 45,5 Litern pro Quadratmeter fast die Hälfte der Gesamtmonatssumme von 78,1 Litern. "Das ist sehr viel, so einen hohen Wert in nur 24 Stunden hat es seit 1972 nicht mehr gegeben." Damals fiel die Rekordsumme von 103,1 Litern. Schaut man weiter zurück, können sich auch 1950 mit 46,6 Litern, 1955 mit 72 und 1966 mit 49,2 Litern in diese Reihe stellen.
Und wie geht's weiter? "Ein längerfristiges, stabiles Hoch ist nicht in Sicht", muss Bernd Fischer die Sommer-Freunde enttäuschen: "Aber freuen wir uns doch für die Pflanzenwelt. Die ist für jeden Tropfen dankbar." Da hat der Wettermann auch wieder Recht.
Mannheimer Morgen
08. August 2008
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