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Von unserem Redaktionsmitglied Christine Maisch-Straub
Auch wenn wir das Gefühl haben, dass uns der Wettergott in diesem Jahr mit nassem Segen von Oben schon durchaus reichlich "beschenkt" hat: Die Aufzeichnungen der Meteorologen von der Beobachtungsstation Mannheim lehren uns eines Besseren. Das gilt vor allem für den Herbst. Am 30. November endete mit nur 55 Prozent der Regenmenge, die durchschnittlich zu erwarten war, die trockenste Jahreszeit der vergangenen zwölf Monate.
Sogar der Sommer 2008 brachte es immerhin auf 86 Prozent des langjährigen Mittels. Um das zu erreichen fehlen diesem Jahr insgesamt noch 15 Prozent. Und mit einer Niederschlagssumme von lediglich elf Liter pro Quadratmeter war der November der zweitregenärmste der Nachkriegszeit - lediglich getoppt durch seinen Namensvetter von 1953 mit schlappen 6,7 Litern.
Und taucht Bernd Fischer mit seinem Team, das im Auftrag des Deutschen Wetterdienstes die Werte auf der Vogelstang festhält, noch tiefer ein in die meteorologische Vergangenheit der Quadratestadt, dann kann der November 1920 gar mit einer kärglichen Niederschlagssumme von 3,4 aufwarten, 1901 waren es immerhin 8,6.
Diese trockenen Nachrichten spiegeln sich natürlich auch in den Einzelwerten unserer Tabelle wieder. Die offenbaren laut dem Fachmann vom Köthener Weg gar eine kleine Sensation. Nur 2,4 Liter Regen fielen am 18. November: "Das ist der niedrigste Höchstwert seit Beginn der Messung im Jahre 1899. Damit ist der Jahrhundertrekord des Novembers 1920 mit 2,5 Litern gebrochen."
Und wie sieht es mit den sonnigen Stunden aus? "Für November gar nicht so schlecht", versichert der Wettermann. Nur vier Tage mussten die Mannheimer ganz und gar ohne den strahlenden Himmelskörper auskommen: "Ein super Ergebnis, das gab's seit Kriegsende nur noch ein Mal im Jahre 1989." Ansonsten mussten wir in unserer Region stets viel mehr trübe Tage hinnehmen. Dennoch: Gemessen am langjährigen Mittel hält sich der Herbst 2008 mit nur 86 Prozent der erwarteten Sonnenstunden ganz schön bedeckt.
Und wie geht es in den kommenden Dezember-Tagen weiter? "Oh jeh", warnt Bernd Fischer vor: "Da ist ein mords Tief aus Frankreich unterwegs zu uns." Grau bestimmt also auch weiterhin den Grundton bei kärglichen Höchstwerten um die zwei bis sechs Grad: "Ein bisschen Schnee ist auch drin", sagt der Wettermann voraus. Einziger Trost: Der Natur tut's gut. Da das Nass in der kalten Jahreszeit nicht so schnell verdunstet, kann es den Boden gut durchfeuchten. "Zur Freude der tiefwurzelnden Pflanzen", erklärt der Fachmann: "Winterregen ist eben immer ein ganz besonders guter Segen."
Mannheimer Morgen
08. Dezember 2008
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