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Das Wetter des Monats: Nach kaltem März zeigt sich der April von seiner sonnigen Seite / Bienen kommen mit ihrem Job kaum nach

Rekord-Grade lassen Grün explodieren

Von unserem Redaktionsmitglied Christine Maisch-Straub

Normalerweise blühen sie schön der Reihe nach - erst die Kirschen, dann die Äpfel, dicht gefolgt von den Birnenbäumen. Doch dieses Jahr streiften alle Obstbäume fast gleichzeitig ihr duftiges weißes oder zartrosafarbenes Gewand über. "Der Frühling ist richtig explodiert", resümiert Bernd Fischer, der mit seinem Team im Auftrag des Deutschen Wetterdienstes die Werte für die Quadratestadt aufzeichnet. Doch obwohl der April 2009 bundesweit als wärmster seit Menschengedenken in die Geschichte eingeht, schaffte er es mit einem Durchschnittswert von 13,7 Grad in Mannheim "nur" auf Platz zwei. Den Rang läuft ihm mit einem Spitzenergebnis von 14,4 das Jahr 2007 locker ab.

Und das nicht nur in puncto rekordverdächtiges Temperaturmittel: "2007 steht fast immer im Weg." So schnappt sich der Namensvetter des Vor-Vorjahres auch bei den gemittelten Tageshöchstwerten von 22,3 Grad die "Goldmedaille". Silber geht an 2009 mit 20,3.

Allein bei den Spitzen nach unten hat er die Nase vorn - allerdings umgekehrt. Der Launische, der in dem zweifelhaften Ruf steht, dass er gerne macht, was er will, kann mit 9,4 Grad den höchsten Tiefwert vorweisen, der jemals in unserer Region gemessen wurde.

Damit darf er den sensationell warmen April vor zwei Jahren endlich mal auf den Vizemeister-Platz verweisen, denn der schaffte es lediglich bis zu 9,2 Grad.

Weg von der Quecksilbersäule - hin zum nassen Segen von oben. Da punktet 2007 wieder ganz trocken mit 27 regenfreien Tagen. 2009 blieb jedoch trotz einer recht üppigen Niederschlagssumme von 44,6 Liter pro Quadratmeter auch an immerhin 19 Tagen tropfenfrei. "Gebündelte Schauer und Regen sind gut für die Natur", weiß der Wetterfrosch. Doch auch die Sonne meinte es gut mit unserer Region. An 15 Tagen schien der gleißend helle Fixstern länger als zehn Stunden. Das reicht für Bronze. Platz eins staubt mal wieder der "wasserscheue" Ausnahme-April 2007 mit 24 heiteren Tagen ab - dicht gefolgt vom Namensvetter aus dem Jahr 1968: An 16 Tagen schickte die Sonne damals den Kurpfälzern mindestens zehn Stunden lang ihre wohltuenden Strahlen.

Doch zurück zu den aktuellen Daten: "Der Mix aus warmem Wetter und gebündelten Regenfällen ließ den Frühling nach unserem ungemütlichen März so richtig explodieren." Das war dann selbst dem fleißigsten Bienchen zu viel: "Die waren nach den kühlen Wochen zuvor noch gar nicht so richtig in Form. So schnell wie alle Blüten aufgingen, konnten die gar nicht alles befruchten." Doch der Fachmann vom Köthener Weg ist zuversichtlich: "Ich hab' bei mir im Garten geschaut. Vom Fruchtansatz her sieht es beim Stein- und beim Kern-Obst gut aus."

Und wie steht es mit den Eisheiligen? Müssten wir seit gestern nicht vor den Namenstagen von Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und am 15. Mai vor der "kalten Sophie" zittern? "Nein, die fallen diese Jahr aus." Was für wonnige Aussichten!

12. Mai 2009

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