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Von unserem Redaktionsmitglied Christine Maisch-Straub
Des einen Freud' ist oft des anderen Leid - das ist auch beim Regen nicht viel anders. Während wir in vollen Zügen einen wahrlich goldenen Herbst genießen, lässt so mancher Busch bereits die Blätter hängen. Schließlich beschert uns das Gute-Laune-Wetter nicht nur Sonnenstunden satt, sondern auch einen extremen Wassermangel. An lediglich acht Tagen konnten die Meteorologen von der Beobachtungsstation Mannheim im September etwas Niederschlag verzeichnen, in manchen Stadtteilen fielen nur ein paar Tropfen, in anderen kein einziger. Hinzu kommt, dass auch der August an der nassen Front ausgesprochen "trockene" Zahlen ablieferte. Zusammengenommen schaffen es beide Monate auf klägliche 46,4 Liter - damit sind sie die feuchtigkeitsärmsten, die es in der Quadratestadt seit 1947 jemals gab.
"In dem gleichen Zeitraum hat's sogar im Monstersommer 2003 mit 48,7 Litern mehr geregnet": Bernd Fischer, der mit seinen Kollegen im Auftrag des Deutschen Wetterdienstes die Werte für Mannheim festhält, spricht von einem kleinen Rekord. "Was für ein schöner Sommerausklang." Und sparsam in puncto Energieverbrauch: "Es ist so warm, dass man noch nicht mal groß heizen muss." Dabei sah es noch im Juni und Juli eher nach einem nassen Sommer aus. "Von wegen. Der hat sich ja noch mächtig gemausert": Mit 36,7 Grad erklomm die Quecksilbersäule der Wetterwarte Vogelstang am 20. August den höchsten August-Wert seit 2003 (wir berichteten). Und am 1. September erlebten die Mannheimer bei 32,6 Grad gar den zweitheißesten Septembertag der letzten 60 Jahre. Die hitzigen Rekorde bescheren allerdings auch hohe Verdunstungsmengen. Neben Topfpflanzen müssen zurzeit besonders Büsche - unter die momentan kaum ein Tropfen des spärlichen Regens seinen Weg findet - unter Durst leiden.
Sechs Sommertage mit Werten über 25 Grad sind hingegen für den ersten Herbstmonat nichts Ungewöhnliches. "Eher ein Mittelwert", resümiert Bernd Fischer: "2003 waren es doppelt so viele, 1999 sogar 15." Apropos trockene Zahlen - geht's so weiter? "In den kommenden Tagen wird's ein bisschen schauriger", prognostiziert der Wettermann, aber eine richtige "Kälte-Delle" sei noch nicht in Sicht.
Und was ist mit dem Traum vom goldenen Herbst? Aus dem müssen wir hoffentlich noch recht lange nicht erwachen.
23. Oktober 2009
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