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Von unserem Redaktionsmitglied Christine Maisch-Straub
Laue Lüftchen, die uns noch einmal an die vielen sonnigen Sommertage dieses Jahres erinnern, jähe Temperaturstürze von knapp 20 Grad, nur um gerade mal eine Woche später erneut in die Höhe zu schnellen: Der Oktober 2009 hat uns wettermäßig eine ziemlich heftige Achterbahnfahrt beschert und unseren Kreislauf zuweilen verrückt spielen lassen.
Betrachten wir nur mal den 7.: Da kletterte die Quecksilbersäule nochmals auf die 26-er-Marke. So spät im Jahr haben das die Mannheimer seit mehr als 60 Jahren nicht erlebt. Doch schon am 15. sinkt das Thermometer auf 7,6 ab. Und die Nacht beschert mit Minusgraden sogar den ersten Frost des Jahres.
"In der gesamten Nachkriegszeit hat es solch einen hohen Wert nach dem 6. Oktober noch nie gegeben", versichert Hans Henkes, der mit seinem Team im Auftrag des Deutschen Wetterdienstes von der Vogelstang aus die Messergebnisse für die Quadratestadt und die Region festhält: "Und der Absturz gerade mal acht Tage später - das ist selbst für Oktober sehr ungewöhnlich." Selbst danach fand das herbstliche Auf und Ab noch kein Ende. Am 25. durften wir uns bereits wieder für knapp 18 Grad erwärmen - nur um vier Tage später wieder bei 8,7 zu bibbern. Kurzum: "Es war kein goldener, aber schöner und abwechslungsreicher, Monat", resümiert der Wetterfrosch und vergibt für den Oktober 2009 die Bronzemedaille.
Immerhin zog es ja auch die Sonne lediglich an zwei Tagen vor, durch totale Abwesenheit zu glänzen. Ansonsten ließ sie sich zumindest kurz blicken, boxte sich durch, selbst wenn die Niederschlagssumme von 75,1 Liter pro Quadratmeter satte 117 Prozent der durchschnittlich erwarteten Menge ausmacht. Auch acht Bodenfrosttage sprechen für klare Verhältnisse und Sternenfunkeln in den Nächten.
Wie es die kommenden Tage weiter geht? Noch müssen sich alle Gartenfreunde, die ihre mediterranen Zitrus- und Olivenbäumchen noch im Freien haben, nicht all zu sehr sputen. Weit unter die 0-Grad-Marke sinkt das Thermometer wohl auch nachts nicht. Am morgigen Donnerstag muss sich die Sonne voraussichtlich erst mal durch Frühnebelfelder kämpfen und am Freitag wird's wohl wieder etwas schauriger: "Es tröpfelt", stellt der Meteorologe in Aussicht.
Was der Experte vom Köthener Weg für diesen Monat noch alles erwartet? Eine schöne, weiße Decke wäre sein Wunschtraum. "Vielleicht sogar bei blauem Himmel. Aber nicht im Berufsverkehr, sondern am Wochenende, damit die Kinder auch mit den Eltern Schneemänner bauen können." Klingt gut, ganz nach einem silbernen November.
11. November 2009
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