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Das Wetter des Monats: Januar mit Frost- und Wärme-Rekorden / Wolkendecke riss nur für wenige lichte Momente auf

Sonne hält sich extrem bedeckt

Von unserem Redaktionsmitglied Christine Maisch-Straub

Wäre der 31. Januar nicht so freundlich gewesen, dann hätten uns die ersten Wochen des Jahres einen zappendusteren Rekord beschert: den trübsten Januar, den die Menschen in Mannheim seit Beginn der Messung jemals erlebten. Doch mit rund vier Stunden Strahlkraft holte er am letzten Tag noch mal kräftig auf. Und so landet der Januar 2010 mit einem Gesamtwert von nur knapp 26 Stunden Sonnenschein auf Platz drei unter den trübsten Namensvettern. Unterbieten konnten ihn nur der immer noch amtierende Spitzenreiter von 1970 mit armseligen 22,3 strahlenden Stunden und der Januar 1952 mit 23,7.

"Eine Zeit der Extreme", resümiert Bernd Fischer, der mit seinem Team im Auftrag des Deutschen Wetterdienstes die Werte für die Quadratestadt aufzeichnet. Denn ein Blick in seine Statistiken offenbart, dass er uns gerade mal ein Jahr zuvor mit 110,9 Stunden den sonnigsten Januar der Nachkriegszeit präsentiert hatte.

Dicke Wolkenpakete statt Strahlungsnächten und Sternenfunkeln verhindern auch meist allzu extreme Minusgrade. Zwar gab es im Januar 28 Frosttage, das heißt, die Quecksilbersäule sank mindestens ein Mal am Tag auf unter 0 Grad ab. Doch dieses Ergebnis können die Januare 1940 mit 31, 1945 mit 30 und 1963 mit 29 nochmals eiskalt toppen - und verweisen den Januar 2010 damit auf einen guten vierten Platz. Dafür gab's noch einen eher heißen Rekord: Am 18. sanken die Temperaturen auch in der Nacht nicht unter 0,8 Grad. Das ist der höchste oder wärmste Januar-Minimumwert seit 55 Jahren.

Auch zwölf Eistage, an denen es nie mehr als 0 Grad kalt war, sind keine echte Sensation. Im harten Januar 1940 gab es einen Monat lang keinen einzigen Tag mit Werten über der 0-Grad-Marke, auch 1963 kann 23 Eistage bieten. Das gleiche gilt für die 23 Tage mit geschlossener Schneedecke. "Nur mal zum Vergleich: 1979 waren es 29", räumt der meteorologische Experte ein.

Und wie geht's weiter? Da sieht der Wetterfrosch nicht etwa Schwarz, sondern Weiß - zumindest in puncto Niederschlag. Der soll nämlich heute oder spätestens morgen wieder reichlich in Form von dicken Flocken fallen: "Die Temperaturen gehen zurück. Der Winter lässt noch mal ordentlich grüßen" - und beschert uns auch weiterhin nur wenige strahlende Momente. Doch Bernd Fischer bleibt heiteren Gemüts: "Wenn wir die Sonnenstunden im Sommer wieder ersetzt bekommen, dann ist ja alles in Ordnung." Mal sehen, ob sich Petrus auf dieses Geschäft einlässt.

Mannheimer Morgen
10. Februar 2010

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